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Land- und Forstwirtschaftliche Berufe Landwirtschaftsschulen

In der Land- und Forstwirtschaft kann man in sehr vielfältigen Berufen tätig sein. So gibt es ca. 10 Ausbildungsberufe, deren Standards von der Landwirtschaftskammer festgelegt, überprüft und in Zusammenarbeit mit speziellen Berufsschulen und Fachschulen an die Auszubildenden weitergegeben werden.

Zu den Ausbildungsberufen in diesem Bereich zählen:

Landwirt/in, Gärtner/in, Tierwirt/in, Pferdewirt/in, Fischwirt/in, Forstwirt/in, Revierjäger/in, Molkereifachmann/-frau, Laborant/in und Hauswirtschafter/in.

Im Grenzlandgebiet befinden sich von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, die ihren Hauptsitz in Kiel hat, Dependancen in Bredstedt, Schleswig und Rendsburg. Die Berufs- wie auch die Fachschulen haben unterschiedliche Ausrichtungen: In Niebüll gibt es Berufsschulen für Landwirte und Hauswirtschaft, Schleswig hat Berufsschulen für Landwirte und Gärtner sowie Fachschulen für Landwirte und Hauswirtschaft, in Husum gibt es Berufsschulen für Landwirte, Gärtner und Hauswirte sowie eine Fachschule für Landwirte, in Rendsburg kann man ebenfalls Berufsschulen für Landwirte, Forstwirte und Hauswirtschaft sowie eine Fachschule für Landwirte besuchen.

Die Ausbildungen werden als überbetriebliche Ausbildungen absolviert, über die Kammer kann auch eine Meisterausbildung gemacht werden. Zudem können junge Menschen in einem freiwilligen ökologischen Jahr prüfen, ob ihre Affinität zu dem „grünen Beruf" dauerhaft ist. Betriebsleiterseminare und Beraterfortbildungen runden das Aus- und Weiterbildungsprogramm über die Landwirtschaftskammer ab. Angeschlossen an die Landwirtschaftskammer ist das Lehr- und Versuchszentrum in Futterkamp, weitere Schwerpunkte der Arbeit und Beratung über die Kammer liegen im Gartenbau, der Forstwirtschaft, Umwelt, Qualität und im Bereich erneuerbare Energien.

In Kiel an der Christian Albrechts-Universität (CAU) können ebenfalls verschiedene landwirtschaftlich ausgerichtet Studiengänge an der Agrar-Ernährungswissenschaftlichen Fakultät (gegründet 1949) besucht werden: Agrarwissenschaft (4 Fachrichtungen u. a. einmalig in Deutschland: Milcherzeugung), Ökotrophologie (2 Fachrichtungen), Dipl. Agrarökonomie (nur in Kiel möglich) und Master ÖZV. Die Kieler Fakultät gehört mit 27 Professorenstellen und rund 1200 Studierenden zu den kleinsten der insgesamt neun Agrarfakultäten in der Bundesrepublik Deutschland. Zu den bereits bestehenden Schwerpunkten „Landwirtschaft und Umwelt", „Biotechnologie und Molekulargenetik" „Lebensmitteltechnologie" sowie „Agrarbusiness und Agrarinformatik" kommen neu hinzu: „Ernährung und Gesundheit" sowie „Welternährung".

Angeschlossen an die CAU sind verschiedene Versuchsgüter in Schleswig-Holstein, (Hohenschulen, Karkendamm, Lindhof), ein MultiMedialLabor, ein Ökologiezentrum (Schwerpunkt: Environmental Management) sowie das Forschungs- und Technologie Zentrum FTZ-Büsum (Schwerpunkt Bodenökologie).

In einem Agrar- und Flächenland wie Schleswig-Holstein spielt auch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) für die Ausgestaltung und Förderung der Landwirtschaft als ein zentraler Standortfaktor eine große Rolle. Dies spiegelt sich auch im Zusammenspiel bei der Ausbildung für die Landwirtschaft mit der Landwirtschaftkammer als auch der Universität eine Rolle.

In Sønderjylland werden landwirtschaftlichen Ausbildungen an der Gråsten Landbrugsskole/ Landwirtschaftsschule Gråsten angeboten. Die Ausbildungen sind modular aufgebaut und umfassen die grundlegende Ausbildung zum gelernten Landwirt, aber auch weiterführende Ausbildungen, die zur Leitung von landwirtschaftlichen Betrieben befähigen.

Zulassung zur Ausbildung
Zulassungsvoraussetzung für die Aufnahme an der Landwirtschaftsschule ist der Abschluss der 9. oder 10. Klasse der Grund- und Hauptschule. Wenn man  eine andere Ausbildung für Jugendliche, eine gymnasiale Ausbildung oder ein Handwerksausbildung abgeschlossen hat, kann die Ausbildung an der Landwirtschaftsschule kürzer ausfallen.Gråsten Landbrugsskole

Aufbau der Ausbildung
Die Ausbildung ist in Module unterteilt, bei denen sich Praktika und Schulperioden abwechseln.
Der gesamte Ausbildungsverlauf zielt darauf ab, die Schüler zu gelernten Landwirten auszubilden, die zu einer Anstellung in der Landwirtschaft oder der selbstständigen Tätigkeit als Landwirt befähigt sind. Die Ausbildung eröffnet auch Möglichkeiten für weiterführende Ausbildungen.
Ausgebildeter Landwirt
Die Ausbildung zum Landwirt dauert 3½ Jahre.
Im Laufe der Ausbildung müssen drei Schulperioden absolviert werden:
- Modul 1a (2 - 4 Monate): Grundausbildung als Vorbereitung für das  Praktikum.
 Modul 1b (5 Monate): Erfahrungsaustausch nach dem Praktikum  und Abschluss der Grundausbildung
 Modul 2 (6 Monate): Schulverlauf, mit anschließender Möglichkeit  zur Spezialisierung.
Zwischen den Schulperioden liegen Praktika in einer Landwirtschaft. Das Praktikum im Modul 1 gibt einen breiten Einblick in die Bereiche Viehwirtschaft, Schweinezucht, Pflanzenbau und Technik. Im Laufe des Moduls 2 besteht die Möglichkeit zur Spezialisierung in den Fachbereichen Viehwirtschaft, Schweinezucht, Pflanzenbau und Technik – oder einer Kombination davon.

Weiterführende Ausbildungen
Als gelernter Landwirt kann man die weiterführenden Ausbildungen besuchen  der Landwirtschaftsschule in Gråsten (Modul 3 und 4), die zur Führung von landwirtschaftlichen Betrieben befähigen.
Die Durchführung von Modul 3 ist Voraussetzung für das „Grüne Zertifikat“, das auch das Recht zum Betreiben eines Produktionshofes beinhaltet.
An der Landwirtschaftsschule in Gråsten wird auch das Modul 4 angeboten, dass insbesondere Leitung, Verwaltung und Entwicklung umfaßt. Modul 4 wird mit dem ”Grünen Diplom“ abgeschlossen, das auch Zugang zur Ausbildung als Agrarökonom gestattet.
Über die Grenze hinweg
Gråsten Landbrugsskole verfügt über Kontakte südlich der Grenze und arbeitet u.a. mit der Landwirtschaftsschule in Bredstedt und der Fachrichtung Landwirtschaft an der Berufsschule in Schleswig zusammen.

 

 

Stand: November 2008