Rounded Rounded

Berufsausbildung

Berufs- und Ausbildungsberatung südlich der Grenze

Informationen und Hilfe bei der Berufswahl sollen in deutschen Schulen als Prozess angesehen werden, der während der gesamten Schulzeit stattfindet und unterstützt werden soll. Schülerinnen und Schüler sollen in ihre Entscheidungen ihre individuellen Fähigkeiten, ihre Interessen ebenso wie die Anforderungen und Chancen der Berufe, die Entwicklung der Arbeitsmärkte als auch die verschiedenen Bildungswege mit einbeziehen. Sie dabei zu unterstützen ist die gemeinschaftliche Aufgabe von Schule und Berufsberatung.

Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit steht den Schulen in Schleswig-Holstein hierfür als vorrangiger Ansprechpartner zur Verfügung. Sie richtet sich primär an die Sekundarstufen I und II der allgemein bildenden Schulen, an die berufsbildenden Schulen sowie die Förderschulen. Unterrichtliche und außerunterrichtliche Angebote sollen den Schülerinnen und Schülern helfen, Berufswahlkompetenzen zu erwerben. Besondere Berücksichtigung finden dabei Jugendliche mit Benachteiligungen, Behinderungen oder Deutsch als Zweitsprache.

Die Schulen organisieren Betriebs- und Wirtschaftspraktika, Betriebserkundungen, ggf. Werkstatttage und Werkstattunterricht. Die Praktika in der Sekundarstufe I dienen der Selbsterprobung und Selbsterfahrung der Heranwachsenden und geben Einblicke in die berufliche/betriebliche Wirklichkeit. In der Sekundarstufe II sollen im Unterricht erworbene wirtschaftliche Kenntnisse zudem zum Verständnis für wirtschaftliches Handeln beitragen.

Zur Berufswahlorientierung bietet die Berufsberatung der Arbeitsämter berufskundliche Vortragsveranstaltungen und Seminare zu Einzelthemen an, sie beteiligt sich an Elternabenden und Berufswahlprojekten der Schule und unterstützt durch individuelle Betriebs- und Berufserkundungen. Persönliche Beratung findet in Form von Sprechstunden und Gruppengesprächen in den Schulen und Dienststellen des Arbeitsamtes statt. Auch gehört die Vermittlung in die berufliche Ausbildung, der Nachweis schulischer Ausbildungsplätze und die Information über Studienangebote, auch die Beratung über die Möglichkeiten finanzieller Förderungen.

Die Berufsinformationszentren (BIZ) sind ein Service der Bundesagentur für Arbeit mit regionalen Standorten für alle, die vor einer beruflichen Entscheidung stehen. In den BIZ können sich aber ebenfalls die Schülerinnen und Schüler zu Einzelheiten informieren wie
- Berufsbilder und Studium
- Berufsbilder und Anforderungen
- Weiterbildung und Umschulung 
- oder über die Arbeitsmarktentwicklung

Wer sich lieber zunächst im Internet über die unterschiedlichen Berufe informieren möchte, kann dies auf der Plattform der Bundesagentur für Arbeit. Dort finden Schülerinnen und Schüler am Ende der Schulzeit Links zu Studien- und zur Berufswahl, Beratungsangebote, Bewerbungstipps sowie Tipps und Hilfen zu Praktika, Job und Ausbildungsplätzen - sowie für den Berufsstart. http://www.bildungsserver.de

Weitere Hilfen gibt es zudem über die berufsständischen Kammern und Verbände wie Industrie- und Handelskammern (s. Link - dort auch Ansprechpartner für die Region Flensburg, Kiel und Lübeck) Handwerkskammer, Ärzte- Zahnärzte-, Apotheker-, Rechtsanwaltskammer uvm.

Weitere Informationen:
www.schleswig-holstein.de/Bildung/DE/Bildung_node.html (Bildungsportal Schleswig-Holstein)
www.berufsinformationszentrum.org (umfassendes Verzeichnis aller BIZ in Deutschland)
http://www.ihk-schleswig-holstein.de

Weitere Möglichkeiten der Berufs- und Ausbildungsberatung
Die Berufsauswahl für Jugendliche wird immer schwieriger, da das Angebot an konkreten Lehrstellen und Ausbildungs- aber teilweise auch Studienplätzen immer geringer, die theoretische Auswahl jedoch immer größer und unübersichtlicher wird.

Oftmals stehen die Schülerinnen und Schüler trotz der besseren Berufsberatung durch Schule und Bundesagentur für Arbeit dem großen Informationsangebot und den vielen Wahlmöglichkeiten hilflos gegenüber. Die verpflichtend angebotenen Praktika während der Schulzeit von meist einer bis maximal zwei Wochen ermöglichen oftmals nur einen äußerst geringen Einblick in die Berufe.

Bekannt ist es deshalb z.B. von einigen Rotary Service-Clubs in Schleswig-Holstein, dass ihre Mitglieder an den Schulen praxisbezogene Berufsberatung ermöglichen, indem sie aus ihrem persönlichen beruflichen Alltag und ihren Erfahrungen berichten. Oftmals bieten diese Unternehmer den Schülerinnen und Schülern auch ein weiteres, längeres, manchmal sogar bezahltes Praktikum in den Ferien an.

Wer sich zusätzlich Klarheit über sich selbst und seine Möglichkeiten verschaffen möchte, findet nicht nur bei den Berufsberatungen von Schulen, Bundesagentur für Arbeit und potentiellen Arbeitgebern sondern auch im Internet zahlreiche Eignungs- oder Psycho-Tests zur eigenen Stärken-Schwächenanalyse. Zudem gibt es eine Auswertung, welche Berufe zu welchen Profilen passen frei nach dem Motto: „Was soll werden“… als Antwort aus den Fragen: Wer bin ich?“, „Was will ich?“ „Was gibt es? und “Was muss ich tun?“

Das früher nur als Ersatzdienst für Jungen angebotene freiwillige soziale Jahr (FSJ) ist mittlerweile auch für Mädchen möglich, zudem kann es sogar im Ausland absolviert werden. Als weitere Alternative stehen auch „grüne Berufe“ für ein freiwilliges ökologisches Jahr (FÖJ) zur Auswahl. Daneben bieten viele soziale Einrichtungen wie z.B. die Arbeiterwohlfahrt (AWO), die ein FSJ anbieten, zusätzliche auch den Jugendlichen in ihren Freizeiteinrichtungen- wie Jugendhäusern oder -treffpunkten - ebenfalls Schul-, Sozial- und Berufsberatung an. So können sie die Mädchen und Jungen direkt bei ihren Problemen und alltäglichen Herausforderungen ansprechen und die Hemmschwelle zur Beratungsannahme herabzusetzen.

In einem Auslandsjahr während oder nach der Schulzeit finden die Heranwachsenden oftmals besser Klarheit über ihre Interessen und mögliche zukünftige Berufe. Gleichzeitig verbessern sie noch ihre Sprachkenntnisse und damit ihre späteren beruflichen Chancen. Als Au Pair oder durch die Möglichkeit, mit vorhandenen Sprachkenntnissen auch erste berufliche Erfahrungen zu sammeln, kann ein Auslandsaufenthalt oftmals überraschende und gewinnbringende Erkenntnisse für den beruflichen Werdegang bringen.

Weitere Informationen:
www.pro-fsj.de
www.zukunft-klippundklar.de
www.foej.de
www.kultur-life.de
www.ichhabpower.de

„Brücken bauen“ – Wahl der Ausbildung nördlich der Grenze

Es kann schwierig sein, eine Ausbildung auszuwählen und sich auf seine Zukunftspläne festzulegen. Oft sind sich Jugendliche nicht im Klaren darüber, welche Ausbildung sie nach der 9. bzw. 10. Klasse wählen sollen.

In einer solchen Situation will das Projekt „Brücken bauen“ helfen. Es wendet sich an Jugendliche, die sich für die 10. Klasse entscheiden (oder die 10. Klasse bereits absolviert haben) und sich nicht klar darüber sind:

- für welche Ausbildung sie sich entscheiden sollen,

- ob sie die Voraussetzungen für eine bestimmte Ausbildung mitbringen,

- welche Anforderungen die gewünschte Ausbildung stellt.

„Brücken bauen“ ermöglicht es den Jugendlichen, eine oder mehrere Ausbildungsrichtungen auszuprobieren, ehe sie ihre endgültige Wahl treffen.

In den meisten Fällen verläuft „Brücken bauen“ in Form einer vierwöchigen Einführungsveranstaltung in einer Schule. Dies kann eine Technische Schule, eine Handelsschule, ein allgemeinbildendes Gymnasium, eine Landwirtschaftsschule oder eine Schule für Berufe im Sozial- und Gesundheitswesen (SOSU) sein.

Der Unterricht in diesem Zeitraum zeigt realitätsnah, was es bedeutet, eine bestimmte Ausbildung zu ergreifen. Es werden – soweit dies möglich ist – die gleichen Anforderungen an die Absolventen des Projekts „Brücken bauen“ gestellt wie an die regulären Schüler der betreffenden Ausbildung.

Das Projekt „Brücken bauen“ ermöglicht somit Jugendlichen:

  • die passende Ausbildung auszuwählen,
  • die Atmosphäre einer Ausbildungseinrichtung zu schnuppern und die Lehrer und Schüler dort kennenzulernen,
  • einen Vorgeschmack davon zu bekommen, auf welche Art der Unterricht in den einzelnen Schulen vor sich geht,
  • den leichteren Übergang von der Folkeskole zu weiterführenden Schulen.

Als Ergebnis der Einführungsveranstaltung fühlen sich die Jugendlichen entweder in ihrer Entscheidung bestätigt, oder sie finden heraus, dass diese Art Ausbildung nicht das Richtige ist. Beides sind wichtige Erfahrungen, die dazu beitragen, die Anzahl von Fehlentscheidungen zu minimieren.

Das Projekt „Brücken bauen“ wurde 1995 eingeführt. Seither haben örtliche und landesweite Untersuchungen gezeigt, dass diese Vorgehensweise in hohem Maße dazu beiträgt, dass Jugendliche die passende Ausbildung finden.

UU Ausbildungsberatung für Jugendliche nördlich der Grenze

Eine der Hauptaufgaben der Ausbildungsberatung für Jugendliche [Ungdommens Uddannelsesvejledning (UU)] ist es, ihnen beim Übergang von der Grundschule zu Jugendausbildungen beizustehen. 2004 wurde die Jugendberatung durch eine Reform aufgewertet, die u. a. eine bessere kommunale Zusammenarbeit beinhaltete. 
 Mit der Reform wurde erreicht,  
- dass die Ausbildungsberatung in Zusammenarbeit mit – aber unabhängig von – den Ausbildungseinrichtungen erfolgt,
- dass die Ausbildungsberatung der Jugendlichen professionell, u. a. mit Vollzeitberatern, erfolgt,
- und dass ein landesweites Ausbildungsportal eingerichtet wurde, das Auskunft über Jugendausbildungen und die weiterführenden Ausbildungen geben kann.
 
Zielgruppen der Arbeit der Ausbildungsberatungen sind:
 
-   Schüler ab der 6. Klasse der Grundschulen,
-   Jugendliche unter 19 Jahren, die sich bei Fragen bzgl. Beratung, Ausbildung oder Arbeitsverhältnis in einer nicht zufriedenstellenden Situation befinden,
-   Jugendliche unter 25 Jahren, die sich selbst an die Ausbildungsberatung wenden.
Bei Jugendlichen unter 19 Jahren muss die UU aktiv diejenigen aufsuchen, die aus einem Ausbildungsverhältnis herauszufallen drohen, oder bereits herausgefallen sind. Die UU muss versuchen, diese Jugendlichen zu erreichen und ihnen zu helfen, den Weg zurück in das Ausbildungssystem zu finden. Es handelt sich dabei lediglich um ein Hilfe-Angebot seitens der UU und verpflichtet die Jugendlichen nicht.
 
Bei den 19-25-Jährigen, die keine Ausbildung haben, ist die UU nicht zum aktiven Handeln verpflichtet. Jugendliche dieser Altersgruppe können aber auf eigenen Wunsch das Hilfe-Angebot in Anspruch nehmen.
 
Zurzeit beginnen etwa 97% eines Jahrgangs eine Ausbildung, aber lediglich etwas mehr als 80% schließen ihre Ausbildung auch ab. Erklärtes Ziel der dänischen Regierung ist es, dass mindestens 95% aller Jugendlichen im Jahre 2015 ihre Ausbildung abschließen.

Kaufmännische Berufe südlich der Grenze

In einem kaufmännischen Beruf arbeiten alle kaufmännisch ausgebildeten und in einem kaufmännischen Betrieb oder Büro beschäftigten Kräfte, die in einem Angestelltenverhältnis stehen, d.h. monatlich Gehalt beziehen und mindestens eine vierwöchige Kündigungsfrist haben. Die  Auszubildenden werden zumeist in drei Jahren ausgebildet, mit einem Fachabitur oder Abitur kann die Ausbildungszeit unter Umständen auch auf zwei Jahre verkürzt werden. Kaufmännische Grundberufe sind u. a. Groß- und Außenhandels-, Einzelhandels-, (Sozial-), Versicherungs-, Bank-, Industrie-, Immobilien- sowie Speditions-, Logistik- und Schifffahrtskaufmann. Im Rahmen dieser Grundberufe wurden in den letzten Jahren viele neue Ausbildungsberufe entwickelt - wie beispielsweise

o Kaufmann/-frau für Bürokommunikation
o Kaufmann/-frau für Dialogmarketing
o Kaufmann/-frau für Gesundheitswesen
o Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit 
o Kaufmann/-frau für Sport- und Fitness
o Reiseverkehrskaufmann/ -frau
o Veranstaltungskaufmann/ -frau
o Werbekaufmann/ -frau

Die Ausbildungsinhalte werden von den Industrie- und Handelskammern festgelegt und überprüft. Sie sind zudem auch für die Abschlussprüfungen zuständig. Neben den Ansprechpartnern der Bundesagentur für Arbeit sind auch die IHK gute Anlaufstellen für Jugendliche, um sich über mögliche Ausbildungsinhalte, –betriebe und freie Lehrstellen zu informieren, denn nicht jeder Betrieb ist zur Ausbildung berechtigt oder hat in jedem Ausbildungsjahr freie Ausbildungskapazitäten.

Im Grenzlandgebiet ist primär die Industrie- und Handelskammer zu Flensburg (mit Geschäftsstellen in Husum und Heide) oder ggf. noch Kiel (Geschäftsstellen in Rendsburg, Elmshorn und Neumünster) Ansprechpartner. Beide können mit direkten Ansprechpartnern über einen Link auf der gemeinsamen Website der IHK in Schleswig-Holstein erreicht werden. Die Seiten bieten neben einer Lehrstellenbörse auch Informationen zu Ausbildungsverträgen, Prüfungsterminen oder auch Gehaltsentwicklungstabellen an.

Weitere Informationen:
www.ihk-schleswig-holstein.de

Berufliche Ausbildungen – merkantiler Bereich nördlich der Grenze

Der merkantile Hauptzugang zu den beruflichen Ausbildungen (EUD / Erhvervsuddannelser) umfasst die drei Bereiche Handel, Büro und finanzieller Sektor.

Im berufsorientierten Ausbildungsangebot der Handelsschulen kann man die Grundausbildungen der Handelsschule HG absolvieren. Dabei handelt es sich um eine zweijährige Grundausbildung an den Handelsschulen mit einem wesentlichen Anteil merkantiler Fächer, und einem anschließenden zweijährigen Praktikum, der sogenannten Hauptausbildung, in den Bereichen Einzelhandel, Büro, Großhandel oder im finanziellen Sektor.

Wenn bei dem einzelnen Schüler Bedarf besteht, kann die zweijährige Grundausbildung um bis zu 40 Wochen verlängert werden. Für die unterschiedlichen Hauptausbildungsrichtungen werden bestimmte Niveaus in den verschiedenen Fächern gefordert. In bestimmten Ausbildungsbereichen, z.B. als Assistent in einem Einzelhandelsgeschäft, kann man bereits nach einem Jahr mit dem Praktikum beginnen, und seine Grundausbildung später für ein weiteres Jahr fortsetzen, um sein Niveau zu verbessern.
Weitere Ausbildungsmöglichkeiten an den Handelsschulen – HHX. Diese dreijährige Ausbildung an einem Wirtschaftsgymnasium kann man direkt im Anschluss an die Hauptschule beginnen, wenn die fachlichen Voraussetzungen ausreichen sind.

Schüler, die sich nicht sicher sind, ob sie eine HHX-Ausbildung wollen, können mit der HG-Grundausbildung beginnen, und dann anschließend in der HHX-Ausbildung fortsetzen. Diese Ausbildung dauert dann drei Jahre.

Das Wirtschaftsabitur HHX erlaubt den Zugang zu weiterführenden Ausbildungen an Universitäten und Handelshochschulen, sowie den direkten Zugang zu kürzeren weiterführenden Ausbildungen an den Handelsschulen. Die HHX-Ausbildung ermöglicht auch, genau wie auch die HG-Grundausbildung, die Bewerbung für ein Praktikum im merkantilen Bereich.

Wenn man über ein normales Abitur oder ein Höheres Vorbereitungsexamen (HF) verfügt, kann man einem 18-wöchigen HGS-Kurs folgen. Dieser entspricht der normalen HG-Grundausbildung und gestattet es dem Schüler - genau wie mit einem HHX-Examen – sich für Praktikplätze im merkantilen Bereich zu bewerben.

Technische Berufsausbildungen – Berufsoberschule –südlich der Grenze

Die Berufsoberschule ist  eine der Schulformen in Schleswig-Holstein, die den Schülerinnen und Schülern eine erforderliche Grund- und/oder Fachbildung für einen bestimmten Beruf oder ein bestimmtes Berufsfeld vermittelt. Die Fachrichtungen, die in Schleswig-Holstein angeboten werden, sind Technik, Wirtschaft, Sozialwesen und Gesundheit und Hauswirtschaft.
Voraussetzung für den Besuch einer Berufsoberschule ist ein erfolgreich bestandener Realschulabschluss und eine mindestens zweijährige Berufsausbildung oder eine mindestens fünfjährige einschlägige Berufstätigkeit. Auf der Berufsoberschule können Schülerinnen und Schüler die fachgebundene Hochschulreife oder – bei zusätzlichem Unterricht und Prüfung in einer zweiten Fremdsprache – die Allgemeine Hochschulreife erreichen.

Die Berufsoberschule wird – je nach Bedarf – in Vollzeit oder Teilzeitangeboten. Sie umfasst bei Vollzeitunterricht zwei Schuljahre (12. und 13. Jahrgangsstufe), bei Teilzeitunterricht vier Schuljahre.
 
An die Stelle des ersten Schuljahres (Jahrgangsstufe 12) tritt in Schleswig-Holstein der Besuch der einjährigen Fachoberschule mit der Prüfung zur Fachhochschulreife. Schülerinnen und Schüler, die die Fachhochschulreife in anderen Bildungsgängen als in der Fachoberschule erworben haben und die genannten beruflichen Voraussetzungen erfüllen, können in das zweite Schulleistungsjahr (Jahrgangsstufe 13) der Berufsoberschule aufgenommen werden. 
Die Berufsoberschule wird zurzeit an 4 Standorten mit folgenden Fachrichtungen angeboten. Das Fächerangebot kann bedarfsorientiert erweitert werden.

Berufliche Ausbildungen (EUD) in den technischen Bereichen – nördlich der Grenze

Die beruflichen Ausbildungen teilen sich in zwei Bereiche – die technischen Ausbildungen, die an Technischen Schulen angesiedelt sind, und diekaufmännischen Ausbildungen, die an Handelsschulen stattfinden. Die Ausbildungen dauern drei bis vier Jahre. Durch den Wechsel zwischen schulischer Ausbildung und Praktikumsperioden in Firmen werden die Jugendlichen auf die Arbeit in der Wirtschaft vorbereitet. Die Ausbildungen umfassen handwerkliche und industrielle Fächer, die Bereiche Handel und Büro, den landwirtschaftlichen Bereich und serviceorientierte Fächer.

Die Ausbildungsstrukturen der technischen Berufsausbildungen bieten sechs Fachrichtungen/Zugangsmöglichkeiten:

  • Technologie und Kommunikation
  • Bauwirtschaft
  • Handwerk und Technik
  • Landwirtschaft und Ernährung
  • Mechanik, Transport und Logistik
  • Service

Jede dieser Hauptrichtungen gewährt Zugang zu einer Reihe von Fächern und Spezialgebieten. Die Berufsausbildung ist aufgeteilt in einen Grundkurs und in zahlreiche Haupt- und Spezialkurse, die wiederum nach Ausbildungsgruppen differenziert sind.

Bei dem Grundkurs handelt es sich um eine Schulausbildung, die sich in der Regel über 20 Wochen erstreckt und sicherstellt, dass die Schüler über die notwendigen Voraussetzungen verfügen, um die eigentliche Berufsausbildung im Hauptkurs beginnen zu können. Die Ausbildungsinhalte werden im Laufe des Grundkurses immer spezieller und münden schließlich in einer konkreten Berufsausbildung. Jede Schule bietet einen etwas anders aufgebauten Grundkurs an. Deshalb kann es notwendig werden, die Schule zu wechseln. Über den Abschluss der Grundausbildung werden Bescheinigungen ausgestellt.
Im Hauptkurs findet die Berufsausbildung statt. Sie verläuft im Wechsel von Praktika in einem Unternehmen und Unterrichtszeiten in einer technischen Schule. Der Hauptkurs beginnt mit einem Praktikum in einem Unternehmen. Wenn es nicht gelingt, eine Ausbildungsvereinbarung mit einer Firma abzuschließen – weil es allgemein zu wenig Praktikumsstellen gibt – besteht in vielen Fällen die Möglichkeit zum Besuch eines Schulpraktikums in den technischen Schulen. Die gesamte Hauptausbildungszeit erstreckt sich über 3 ½ Jahre, kann aber auch bis zu 4 ½ Jahre in Anspruch nehmen. Die Höchstdauer des obligatorischen Schulunterrichtes während der Hauptausbildungszeit beträgt 60 Wochen.

Während der gesamten Hauptausbildungszeit werden die Schüler entlohnt. Für die zwischenzeitlichen Schulperioden wird den Arbeitgebern der Lohn von öffentlicher Hand rückerstattet. Der Hauptkurs wird mit einer Fachprüfung, einer Gesellenprüfung oder einer vergleichbaren Prüfung abgeschlossen.

Das EUC-Syd Sønderborg (Zentrum für berufliche Ausbildungen Süd) hat ihren Hauptsitz in Sønderborg und Abteilungen in Aabenraa, Tønder und Haderslev. Dort bietet man die Grundkurse in allen sechs Fachrichtungen sowie etwa 30 Hauptkurse an. Siehe auch: www.eucsyd.dk

Ausbildungen im Gesundheitswesen südlich der Grenze

Das Gesundheitswesen ist eine Branche, die beruflich vielfältige Möglichkeiten bietet. Gerade Schleswig-Holstein ist ein innovativer und starker Standort, wenn es um Gesundheitskompetenz geht. Auch im Grenzlandgebiet zu Dänemark gibt es ein breites Angebot.

Man unterscheidet dabei zwischen betrieblichen Berufsausbildungen, die meistens drei Jahre dauern und von theoretischen Unterrichtsblöcken begleitet werden. Gerade im Gesundheitswesen sind aber auch viele Ausbildungen schulisch strukturiert. Sie finden an so genannten Berufsfachschulen oder Berufskollegs statt. Der Unterricht wir durch praktische Einheiten begleitet und dauert bis zu dreieinhalb Jahren.

Die zuständigen Stellen sind die jeweiligen 
· Berufsverbände,
· Ärztekammer www.aeksh.de
· Zahnärztekammer www.zaek-sh.de
· Apothekerkammer www.apotheke-sh.de
· Handwerkskammern (Schleswig-Holstein, Flensburg www.hwk-flensburg.de )
· Industrie- und Handelkammern in Kiel und Flensburg www.ihk-schleswig-holstein.de
· Regionale Bundesagenturen für Arbeit

Die Agentur für Arbeit bietet zudem mit BERUFEnet - der Datenbank für Ausbildungs- und Tätigkeitsbeschreibungen – eine ausführliche Darstellung aller Berufe, ihrer Tätigkeitsfelder, Ausbildungsmodalitäten und der Ansprechpartner der zuständigen Berufsverbände an.
 
Auch das Ministerium für Arbeit, Soziales und Gesundheit beantwortet Fragen zur Ausbildung, zu Prüfungen, Approbationen und Berufserlaubnissen für Gesundheitsberufe in Schleswig-Holstein (Adolf-Westphal-Str. 4, 24143 Kiel, Tel: 0431/ 988-0).

Links für weitere Informationen:
http://gesundheit.schleswig-holstein.de
http://berufenet.arbeitsagentur.de/berufe/
http://arbeitsagentur.de

Ausbildungen im Gesundheitswesen nördlich der Grenze

Nach Abschluss der 9. bzw. 10. Klasse können Schüler direkt in die Grundausbildung der Sozial- und Gesundheitsausbildungen aufgenommen werden. Zu weiteren Informationen über die Ausbildungen siehe: www.sosu.dk.

Die Grundausbildung ist keine selbstständige, kompetenzgebende Ausbildung, aber sie ermöglicht es den Schülern, zu beurteilen, ob sie eine Ausbildung aus dem Berufsfeld Kinder, Senioren, Behinderte usw. absolvieren möchten. Die Grundausbildung ist auch die direkte Vorbereitung für die Ausbildung zum Sozial- und Gesundheitshelfer bzw. für die pädagogische Grundausbildung, und daran anschließende Weiterbildung zum Sozial- und Gesundheitsassistenten.

Die Ausbildung wird u.a. an der Schule für Sozial- und Gesundheitsausbildungen in Aabenraa angeboten: http://www.sosu-aabenraa.dk

Grundausbildung
Die Grundausbildung dauert normalerweise sechs Monate mit Vollzeitunterricht. Sie umfasst zwölf Wochen Unterricht in Spezialfächer und acht Wochen in Grundfächern. Der Unterricht enthält grundlegende Fächer wie Gesundheitskunde, Sozialkunde, Hygiene, Hauswirtschaft usw., sowie die Aktivitätsfächer Musik, Sport und Formgebung.

Nach erfolgreicher Beendigung des Grundverlaufes, oder aufgrund von anderen ausbildungsmäßigen oder beruflichen Zugangsberechtigungen, können die Schüler der Sozial- und Gesundheitsausbildungen ihre Ausbildung in zwei unterschiedlichen Linien fortsetzen.

Helfer oder Assistent
In dem einen Bereich kann der Schüler die Ausbildung zum Sozial- und Gesundheitshelfer absolvieren, die vierzehn Monate dauert, davon mindestens 24 Wochen als Schulunterricht mit sozialen und praktischen Fächern, Pflege- und Betreuungsfächern, Psychologie / Pädagogik usw. Die Praktikumsperioden können in privaten Haushalten, betreuten Wohnungen, Pflegeheimen usw. stattfinden.
Daran anschließend kann der Schüler die Ausbildung zum Sozial- und Gesundheitsassistenten durchführen, die 20 Monate dauert, davon mindestens 32 Wochen als Schulunterricht. Die Praktikumsperiode kann in der Gemeindepflege, einem Krankenhaus oder einem Pflegeheim absolviert werden. Man kann davon ausgehen, dass das Praktikum in drei Bereiche aufgeteilt wird.

Pädagogische Grundausbildung
Eine weitere Linie im Rahmen der Sozial- und Gesundheitsausbildungen nach dem Grundverlauf ist die Pädagogische Grundausbildung PGU, die achtzehn Monate dauert. Nach einer Einführung wechseln sich Schulunterricht (1 Jahr) und Praktikum (½ Jahr) ab.  Die Pädagogische Grundausbildung berechtigt zu einer Anstellung als pädagogischer Helfer in Tageseinrichtungen, als Tagesmutter, Pflegehelfer usw.

Land- und Forstwirtschaftliche Berufe südlich der Grenze

In der Land- und Forstwirtschaft kann man in sehr vielfältigen Berufen tätig sein. So gibt es ca. 10 Ausbildungsberufe, deren Standards von der Landwirtschaftskammer festgelegt, überprüft und in Zusammenarbeit mit speziellen Berufsschulen und Fachschulen an die Auszubildenden weitergegeben werden.

Zu den Ausbildungsberufen in diesem Bereich zählen:

Landwirt/in, Gärtner/in, Tierwirt/in, Pferdewirt/in, Fischwirt/in, Forstwirt/in, Revierjäger/in, Molkereifachmann/-frau, Laborant/in und Hauswirtschafter/in.

Im Grenzlandgebiet befinden sich von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, die ihren Hauptsitz in Kiel hat, Dependancen in Bredstedt, Schleswig und Rendsburg.

Die Berufs- wie auch die Fachschulen haben unterschiedliche Ausrichtungen: In Niebüll gibt es Berufsschulen für Landwirte und Hauswirtschaft, Schleswig hat Berufsschulen für Landwirte und Gärtner sowie Fachschulen für Landwirte und Hauswirtschaft, in Husum gibt es Berufsschulen für Landwirte, Gärtner und Hauswirte sowie eine Fachschule für Landwirte, in Rendsburg kann man ebenfalls Berufsschulen für Landwirte, Forstwirte und Hauswirtschaft sowie eine Fachschule für Landwirte besuchen.

Die Ausbildungen werden als überbetriebliche Ausbildungen absolviert, über die Kammer kann auch eine Meisterausbildung gemacht werden. Zudem können junge Menschen in einem freiwilligen ökologischen Jahr prüfen, ob ihre Affinität zu dem „grünen Beruf" dauerhaft ist. Betriebsleiterseminare und Beraterfortbildungen runden das Aus- und Weiterbildungsprogramm über die Landwirtschaftskammer ab. Angeschlossen an die Landwirtschaftskammer ist das Lehr- und Versuchszentrum in Futterkamp, weitere Schwerpunkte der Arbeit und Beratung über die Kammer liegen im Gartenbau, der Forstwirtschaft, Umwelt, Qualität und im Bereich erneuerbare Energien.

In Kiel an der Christian Albrechts-Universität (CAU) können ebenfalls verschiedene landwirtschaftlich ausgerichtet Studiengänge an der Agrar-Ernährungswissenschaftlichen Fakultät (gegründet 1949) besucht werden: Agrarwissenschaft, Ökotrophologie und Dipl. Agrarökonomie.

Angeschlossen an die CAU sind verschiedene Versuchsgüter in Schleswig-Holstein, (Hohenschulen, Karkendamm, Lindhof), ein MultiMedialLabor, ein Ökologiezentrum (Schwerpunkt: Environmental Management) sowie das Forschungs- und Technologie Zentrum FTZ-Büsum (Schwerpunkt Bodenökologie).

In einem Agrar- und Flächenland wie Schleswig-Holstein spielt auch das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) für die Ausgestaltung und Förderung der Landwirtschaft als ein zentraler Standortfaktor eine große Rolle. Dies spiegelt sich auch im Zusammenspiel bei der Ausbildung für die Landwirtschaft mit der Landwirtschaftkammer als auch der Universität eine Rolle.

Landwirtschaftsschulen nördlich der Grenze

In Sønderjylland werden landwirtschaftlichen Ausbildungen an der Gråsten Landbrugsskole/ Landwirtschaftsschule Gråsten angeboten. Die Ausbildungen sind modular aufgebaut und umfassen die grundlegende Ausbildung zum gelernten Landwirt, aber auch weiterführende Ausbildungen, die zur Leitung von landwirtschaftlichen Betrieben befähigen.

Zulassung zur Ausbildung
Zulassungsvoraussetzung für die Aufnahme an der Landwirtschaftsschule ist der Abschluss der 9. oder 10. Klasse der Folkeskole. Wenn man  eine andere Ausbildung für Jugendliche, eine gymnasiale Ausbildung oder ein Handwerksausbildung abgeschlossen hat, kann die Ausbildung an der Landwirtschaftsschule kürzer ausfallen.

Aufbau der Ausbildung
Die Ausbildung ist in Module unterteilt, bei denen sich Praktika und Schulperioden abwechseln.
Der gesamte Ausbildungsverlauf zielt darauf ab, die Schüler zu gelernten Landwirten auszubilden, die zu einer Anstellung in der Landwirtschaft oder der selbstständigen Tätigkeit als Landwirt befähigt sind. Die Ausbildung eröffnet auch Möglichkeiten für weiterführende Ausbildungen.
Ausgebildeter Landwirt
Die Ausbildung zum Landwirt dauert 3½ Jahre. Im Laufe der Ausbildung müssen drei Schulperioden absolviert werden: 
- Modul 1a (2 - 4 Monate): Grundausbildung als Vorbereitung für das  Praktikum.
- Modul 1b (5 Monate): Erfahrungsaustausch nach dem Praktikum und Abschluss der Grundausbildung 
- Modul 2 (6 Monate): Schulverlauf, mit anschließender Möglichkeit  zur Spezialisierung.
Zwischen den Schulperioden liegen Praktika in einer Landwirtschaft. Das Praktikum im Modul 1 gibt einen breiten Einblick in die Bereiche Viehwirtschaft, Schweinezucht, Pflanzenbau und Technik. Im Laufe des Moduls 2 besteht die Möglichkeit zur Spezialisierung in den Fachbereichen Viehwirtschaft, Schweinezucht, Pflanzenbau und Technik – oder einer Kombination davon. 
Weiterführende Ausbildungen
Als gelernter Landwirt kann man die weiterführenden Ausbildungen besuchen der Landwirtschaftsschule in Gråsten (Modul 3 und 4), die zur Führung von landwirtschaftlichen Betrieben befähigen. 
Die Durchführung von Modul 3 ist Voraussetzung für das „Grüne Zertifikat“, das auch das Recht zum Betreiben eines Produktionshofes beinhaltet.
An der Landwirtschaftsschule in Gråsten wird auch das Modul 4 angeboten, dass insbesondere Leitung, Verwaltung und Entwicklung umfasst. Modul 4 wird mit dem ”Grünen Diplom“ abgeschlossen, das auch Zugang zur Ausbildung als Agrarökonom gestattet.

Über die Grenze hinweg
Gråsten Landbrugsskole verfügt über Kontakte südlich der Grenze und arbeitet u.a. mit der Landwirtschaftsschule in Bredstedt und der Fachrichtung Landwirtschaft an der Berufsschule in Schleswig zusammen.

Jugendaufbauwerk südlich der Grenze

Das Jugendaufbauwerk (JAW) ist am 13.12.1949 errichtet worden und bot in den Anfangsjahren Jugendlichen, die nach der Schulentlassung keine Lehr- oder Arbeitsstelle fanden die Gelegenheit, „aufbauende Arbeit zu leisten und sich zugleich geistig und körperlich weiterzubilden“.

Heute werden durch das JAW Jugendlichen und jungen Erwachsenen berufsfördernde Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen bei ihrer Berufswahlentscheidung angeboten noch vor Beendigung der allgemeinen Schulpflicht. Das JAW ermöglicht nicht nur berufsausbildungsvorbereitende sondern auch beruflich qualifizierende Bildungsangebote, also auch anerkannte Ausbildungsgänge, um die beruflichen Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu erhöhen.

In Schleswig-Holstein haben sich weitgehend privatrechtlich organisierte Träger, sowie Kreise, kreisfreie Städte, Gemeinden sowie freie Träger unter der Leitung des Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Integration (MJGI) zusammengeschlossen, um diese beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen für junge Menschen mit besonderem Förderungsbedarf gemäß Sozialgesetzbuch SGB III anzubieten. Neben der klassischen Berufsvorbereitung können junge Menschen unter 25 Jahren weitere Qualifizierungschancen in berufsvorbereitenden Maßnahmen des Bundes bzw. des Landes in außerbetrieblichen Ausbildungsangeboten erhalten (Benachteiligtenförderung).

Hierbei kooperieren das JAW und das MJGI ebenfalls eng mit dem Ministerium für Bildung und Kultur, um die enge Verzahnung von Schule und Ausbildungsvorbereitung gerade bei den schwächeren Schülern und Schularten zu gewährleisten. Beide Ministerien haben zusammen für 60 Mio. Euro mit EU-, Landes- und weiteren Fördermitteln ab Schuljahr 2007/2008 für die Dauer von sieben Jahren ein „Handlungskonzept Schule und Arbeitswelt“ initiiert, das präventive Arbeitsmarktpolitik umsetzen soll.

Ein Augenmerk liegt darauf, vorzeitige Schulabbrüche zu vermeiden und die Schulabgänger optimal beim Übergang ins Berufsleben mit einer auf die Bedürfnisse einerseits und individuellen Möglichkeiten andererseits abgestimmten Berufswahl zu unterstützen.

In der Grenzlandregion stehen dabei in 6 Städten (Hörnum, Niebüll, Flensburg, Süderbrarup, Schleswig-Ilensee und Schleswig-Stadt) sowie im weiteren Umfeld in Lunden und Kiel Trägereinrichtungen des JAW zur Verfügung, die mit den berufsbildenden Schulen, den Haupt- und Förderschulen sowie den lokalen und regionalen Bundesagenturen für Arbeit kooperieren und die Bildungsangebote an die Jugendlichen vermitteln.

Zu den wesentlichen Leitgedanken des JAW-Schwerpunktes der „Kompetenzorientierten Berufswegeplanung“ gehört die Verantwortlichkeit für

-das Erzielen von optimalen Ergebnissen in der jeweiligen Region,

-die flächendeckende Entwicklung des Vorhabens,

-die überregionale Repräsentanz des Vorhabens und seiner Ergebnisse,

-die Bereitstellung von Investitionsmitteln und individuellen Zuschüssen nach Maßgabe des Landeshaushaltes,

-die Wahrnehmung der Fachaufsicht und der Heimaufsicht nach den Landesbestimmungen sowie

-die Weiterentwicklung des Qualitätsmanagementsystems JAW Gütesiegel.

Jugendliche und junge Erwachsene, die an Maßnahmen des JAW teilnehmen möchten, wenden sich an die örtliche Bundesagentur für Arbeit, die zuständigen Stellen der ARGEn oder der optierenden Kommunen, die die Maßnahmen zuteilen und bewilligen. Erste Informationen erhält man auch über die JAW Trägereinrichtungen. Die Teilnahme ist freiwillig und für junge Leute bis zu 25 Jahren möglich.

Produktionsschulen nördlich der Grenze

Produktionsschulen bieten im Gegensatz zu den traditionellen, bildungs­orien tierten Schulen eine andere Art von Unterricht an. In diesen Schulen steht die Arbeit in Werkstätten im Zentrum. Der tragende pädagogische Gedanke dieser Schulen ist, dass die Teilnehmer durch Arbeiten lernen – also selbst handeln. Diese Unterrichtsform begann in Sønderjylland 1979. Heute gibt es sieben Pro duktionshochschulen, die alle ihre spezielle Ausrichtung haben.

Zielgruppe der Schulen sind schwache oder vernachlässigte Jugendliche unter 25 Jahren, die keine Ausbildung abgeschlossen haben, oder nicht über die Vor aussetzungen für eine Ausbildung verfügen.

Typi scher weise haben sie eine Ausbildung angefangen, diese aber nicht durch führen können – beispielsweise, weil sie schulmüde sind und es ihnen gut tut, sich einige Zeit mit praktischen Fragen zu befassen. Andere wiederum müssen lernen, morgens aufzustehen und pünktlich zu erscheinen, und andere müssen ihr Selbstbewusstsein stärken.

Die Schüler können direkt aus der Folkeskole kommen, oder von einer ab­ge brochenen Aus bildung, aber alle müssen ihre Unterrichtspflicht erfüllt haben, d.h., sie müssen neun Jahre zur Schule gegangen sein. Um in einer Produk tions schule aufgenommen werden zu können, müssen sich die Jugend li chen entweder direkt an „Ungdommens Uddannelsesvejledning“ (Ausbil dungs be ra tung für Jugendliche) in der Kommune wenden, oder dies indirekt tun, z.B. über die Produktionshochschule. Die Schüler können die Schule bis zu einem Jahr besuchen.

Es zeichnet diese Schulen aus, dass sie über mehrere produzierende Werk­stätten verfügen, die die Schüler wählen. Bei diesen Werkstätten handelt es sich oft um traditionelle handwerkliche Be reiche, wie z.B. Metall / Auto, Tischler / Schreiner oder Gärtnereien. Aber auch Montage, Fischerei, Musik / Theater oder Elektronik gehören zu den zahlreichen Möglichkeiten. In den Werkstätten befasst man sich mit der Produktion von verschiedenen Dingen. Es werden sinnvolle Produkte her gestellt, beispielsweise Gartengrills in der Schmiede.

Die Schulen sind im Vergleich zu anderen Ausbildungseinrichtungen für Ju­gendliche recht klein und bieten damit überschaubare Gemeinschaften. Ty­pi scherweise findet man zwischen acht und zehn Schülern in jeder Werkstatt. Beratung und Anleitung, zusammen mit der praktisch-päda go­gischen Arbeit, ist ein Teil der Methode, um die Jugendlichen weiter zu bringen. Gemeinsam mit den Fachlehrern und den Beratern der Schule erstellt der Schüler einen Plan über seinen Ablauf der Schulzeit. Gemeinsam mit den kommunalen Be hörden wird die Produktionsschule dem Schüler helfen, eine Ausbildung be ginnen zu können oder einen Praktikumsplatz finden.

Infocenter

Informationen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Behörden zu Steuer, sozialer Sicherung und Arbeitsmarkt auf: www.pendlerinfo.org

Publikationen

zur Publikationsübersicht

 

Unter Nachbarn

"Unter Nachbarn" ist das Best-Of aus den vier Partnerzeitungen: Der Nordschleswiger, Flensborg Avis, JydskeVestkysten und den sh:z-Zeitungen.

RSS-Feed "Unter Nachbarn"