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Erwachsenenbildung

Ausbildung für Erwachsene südlich der Grenze

Die Landesregierung von Schleswig-Holstein beschloss 2005 ein umfassendes Weiterbildungskonzept. Anlass war die übergeordnete Betrachtung, dass lebenslange Ausbildung eine Voraussetzung für die Aufrechterhaltung fachlicher Qualifikationen ist, und dazu beiträgt, Menschen zu integrieren, die außerhalb des Arbeitsmarkts stehen. 
Der Plan zielt allerdings auch darauf ab, den sinkenden Teilnehmerzahlen bei Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen entgegen zu wirken. Übergeordnetes Ziel ist deshalb eine Steigerung der Teilnahme an solchen Angeboten. Gleichzeitig zielt der Plan allerdings auch darauf ab, kleinen und mittelständischen Firmen gut ausgebildete Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen, indem man Organisation und Koordination der Angebote von Ausbildungseinrichtungen verbessert, innovative Maßnahmen unterstützt und besondere Zielgruppen fördert.

Der Plan weist eine Reihe von Schwerpunkten auf:
- Entwicklung des Weiterbildungssektors als ein tragendes Element des Ausbildungssystems durch Förderung bei Angeboten, Entwicklung einer besseren Flexibilität zwischen den Ausbildungsbereichen, Angleichung von akademischen und beruflichen Ausbildungen, sowie Zuschüsse zu Qualitätssicherung und –entwicklung.
- Entwicklung und Förderung von Initiativen zur Stärkung des lebenslangen Lernens durch Verbesserung der Förderungsmöglichkeiten, Aufbau von Zeitkonten für Weiterbildung in Zusammenarbeit mit Arbeitgebern, Arbeitnehmern und der Bundesagentur für Arbeit. 
- Optimierung bei Überblick, Information und Beratung im Zusammenhang mit Weiterbildungsmöglichkeiten, um das Bewusstsein des Wertes von lebenslangem Lernen zu stärken. Dafür wurde ein Ausbildungsportal eingerichtet, das einen Überblick über die Angebote ermöglicht und die Auswahl passender Maßnahmen erlaubt. 
- Ganzheitlich orientierte Angebote zur beruflichen Weiterbildung, sowie Orientierung über allgemeine und gesellschaftliche Fragen. Hierzu Einbeziehung von Berufsschulen, weiterführende Ausbildungseinrichtungen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung u.a. 
- Konzentration auf besondere Zielgruppen, einschließlich Personengruppen, die ihre grundlegenden Fertigkeiten stärken sollen oder eine schulische Ausbildung abschließen müssen, Förderung des Ausbildungseinsatzes in kleinen und mittelständischen Betrieben sowie innovative Maßnahmen, Beratung zu akademischen Fort- und Weiterbildungen.

Durch die Realisierung dieses ambitiösen Plans will Schleswig-Holstein das erste Bundesland in Deutschland sein, das über ein zusammenhängendes System zur Förderung der Fort- und Weiterbildung von Arbeitslosen und Beschäftigten verfügt.

Auch in Deutschland ist ein Hauptschulabschluss von entscheidender Bedeutung für weitere Ausbildungsmöglichkeiten und die Zugehörigkeit zum Arbeitsmarkt. In Schleswig-Holstein werden verschiedene Möglichkeiten angeboten, die Erwachsenen das Erreichen eines anerkannten Schulabschluss ermöglichen.

Hauptschule
Die beruflichen Schulen bieten Schülern bis zum 18. Lebensjahr, die aber nicht mehr der Schulpflicht unterliegen, die Möglichkeit zur Erreichung des Hauptschulabschlusses an. Die Schulausbildung findet im Rahmen des ”Ausbildungsvorbereitungsjahres” (AVJ) statt, das an den meisten beruflichen Schulen in Schleswig-Holstein angeboten wird; die Ausbildung an den staatlichen Schulen ist kostenlos.

Bis zu einem Alter von 25 Jahren kann man auch einen Hauptschulabschluss bei der Bundesanstalt für Arbeit, dem Jugendaufbauwerk, dem Berufsfortbildungswerk und einer Reihe von anderen Anbietern anstreben.

Nicht zuletzt bieten auch die Volkshochschulen Kurse in grundlegenden Schulfertigkeiten an, für die Teilnahme gibt es keine obere Altersgrenze. Die Kurse dauern zwischen sechs Monaten und einem Jahr und werden mit einer externen Prüfung abgeschlossen. Sie werden als Teilzeit- oder Ganztagsunterricht mit Teilnehmergebühr angeboten. 
Über die Möglichkeiten für Zuschüsse zur Teilnehmergebühr können ARGE, Agentur für Arbeit oder BAFÖG informieren.

Realschule
Berufsfachschulen bieten Vollzeitunterricht an, der zum Realschulabschluss führt. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Hauptschulabschluss und ein Mindestalter von 16 Jahren; es gibt keine obere Altersgrenze. Der Unterricht erstreckt sich über zwei Jahre.
Neben allgemeinbildenden Elementen gibt es an den Berufsfachschulen auch fachliche Schwerpunkte, die den Übergang zu weiteren Ausbildungen - beispielsweise in Bereichen wie Gesundheit, Sozialwesen, Bauwirtschaft, Wirtschaft oder Technik - erleichtern soll.
Auch die Volkshochschulen bieten Kurse zur Vorbereitung auf den Realschulabschluss an. Die Kurse werden als Teilzeit- oder Ganztagsunterricht mit Teilnehmergebühr angeboten.

Weitere Auskünfte:

www.berufswahl.de
http://kursnet-finden.arbeitsagentur.de/kurs/
http://sh.kursportal.info/

Ausbildung für Erwachsene nördlich der Grenze

Auch für Erwachsene stehen eine Reihe von Bildungsmöglichkeiten zur Verfügung. Dies gilt sowohl für Allgemeinwissen, für eine Grundausbildung oder wenn man sich weiterbilden möchte.
  
Im Ausbildungssystem finden sich Ausbildungen für Erwachsene auf praktisch allen Ebenen: 
 
Grundschulniveau
Gymnasiales Niveau
Berufliche Ausbildungen
Weiterführendes Niveau
Auf Grundschulniveau gibt es drei Angebote, die sich an Erwachsene richten: 
 
Vorbereitender Unterricht für Erwachsene – FVU 
Allgemeiner Unterricht für Erwachsene – AVU 
Dänisch für erwachsene Ausländer usw.
  
FVU - Vorbereitender Unterricht für Erwachsene- richtet sich an Erwachsene, die besser Lesen, Schreiben und Rechnen möchten. FVU ist ein Angebot für alle, die mit Dänisch und Mathematik auf grundlegendem Niveau arbeiten müssen. Alle Personen über 18 Jahren können dieses Angebot wahrnehmen, wenn sie in der Lage sind, dem Unterricht zu folgen. Der Unterricht wird entsprechend den Wünschen und Bedürfnissen der einzelnen Teilnehmer zurechtgelegt. 
 
Beispielsweise kann FVU auf AVU oder AMU (Arbeitsmarktausbildungen) vorbereiten, oder man kann die FVU-Fächer neben anderen Ausbildungen belegen.   
 
Angeboten wird Unterricht im Lesen (Dänisch) und Mathematik. Der Unterricht ist in Stufen unterteilt - vier Lesestufen und zwei Mathematikstufen. Auf jeder Stufe führt der Unterricht hin zu einer schriftlichen Prüfung, die Teilnahme daran ist freiwillig. Alle, die mindestens an 85 % des Unterrichtes einer Stufe teilgenommen haben, können eine Teilnehmerbestätigung erhalten. Man kann auch an mehreren Stufen gleichzeitig teilnehmen. 
 
Der Unterricht erfolgt in den Zentren für Erwachsenenbildung (VUC) und in Einrichtungen, die eine Vereinbarung mit den Ämtern getroffen haben.  
 
AVU - Allgemeine Ausbildung für Erwachsene- Ausbildungsmöglichkeit für Erwachsene mit einzelnen allgemeinbildenden Fächern auf grundlegendem Niveau. Für die Teilnahme sind also keine besonderen Voraussetzungen erforderlich. Die Ausbildungen können mit Prüfungen abgeschlossen werden, die den gleichen Wert wie die Abschlussprüfungen der Hauptschulen haben und den Zugang zu den gleichen weiteren Ausbildungen ermöglichen. 
 
Der Unterricht erfolgt in den Zentren für Erwachsenenausbildung (VUC) als Tages-, Abend und Fernunterricht. Die Fächer sind in Kern- und zusätzliche Wahlfächer aufgeteilt. Die Kernfächer werden von allen VUC’s angeboten, während die einzelne Einrichtung selbst entscheidet, welche Zusatzfächer sie anbieten will. 
 
Die weitaus meisten Fächer werden auf mehreren Niveaus angeboten:
 
Basis
Auf diesem Niveau werden keine Prüfungen abgelegt.
 
Das 1. Niveau wird als Niveau G bezeichnet, entspricht dem Niveau der 9. Klasse der Hauptschule (Hauptschulabschluss), und wird mit einer internen Prüfung abgeschlossen.  
 
Das 2. Niveau wird als Niveau E bezeichnet, entspricht dem Niveau der 10. Klasse der Hauptschule (erweiterter Hauptschulabschluss), und wird mit einer Prüfung abgeschlossen 
 
Dänisch für erwachsene Ausländer usw.
Alle erwachsenen Ausländer, die in Dänemark wohnen, können bis zu drei Jahre lang (gerechnet von dem Zeitpunkt an, zu dem sie zum ersten Mal unterrichtet werden) Unterricht in dänischer Sprache und in dänischen Kultur- und Gesellschaftsfragen erhalten. Dieser Unterricht wird in Dänischkenntnisse 1, 2, und 3 unterteilt und soll den Ausländern die Voraussetzungen mitgeben, sich in einem Beschäftigungsverhältnis, in einer Ausbildung und als Bürger in Dänemark zu Recht zu finden.
 
Die Ausbildung erfolgt in kommunalen oder privaten Sprachzentren, anderen öffentlichen oder durch die Behörden anerkannten Ausbildungsorten, oder auch im Rahmen von anderen privaten Ausbildungseinrichtungen, wenn die Ausbildung Teil einer Aktivierung oder eines Beschäftigungsverhältnisses ist.

Die gymnasialen Ausbildungen für Erwachsene umfassen u.a.:

HF – Højere Forberedelseseksamen (Höheres Vorbereitungsexamen)

STX – Studentereksamen (Abitur)

HHX - Højere Handelseksamen (Höheres Handelsexamen)

HTX – Højere teknisk eksamen (Höheres technisches Examen)

Bei HF handelt es sich um ein gymnasiales Examen, dass Zugangsvoraussetzung für weiterführende Ausbildung ist. HF kann als Einzelfachprüfung, als Prüfung in einer Fachgruppe, oder als zweijähriger Unterricht absolviert werden.

Die Ausbildung besteht aus einer Reihe von obligatorischen Fächern und Wahlfächern. Ein HF-Examen umfasst fünf obligatorische Fächer, drei bis fünf Wahlfächer, eine größere schriftliche Aufgabe und ein fächerübergreifendes Examensprojekt.

Der Unterricht wird in den Zentren für Erwachsenenbildung VUC, HF-Kursuseinrichtungen, Gymnasien und Abiturientenkursen, sowie von einzelnen pädagogischen Seminaren angeboten. Er findet als Tages-, Abend- oder Fernunterricht statt.

STX – Abitur. Dabei handelt es sich um eine gymnasiale Ausbildung, die den Zugang zu weiterführenden Ausbildungen ermöglicht. Für Erwachsene besteht die Möglichkeit, diese im Rahmen eines zweijährigen Verlaufes oder im Rahmen eines Einzelfachunterrichtes zu erwerben, bei dem man die gesamte Ausbildung oder Teile davon absolvieren kann.

HHX – Höheres Handelsexamen / Wirtschaftsabitur. Dabei handelt es sich um eine dreijährige gymnasiale Ausbildung, die neben den allgemeinen gymnasialen Fächern wesentliche Elemente der wirtschaftorientierten, merkantilen Fächer enthält. Eine Reihe von Fächern diese Ausbildung werden als Einzelfachunterricht im Rahmen der offenen Ausbildungen angeboten.

Der Unterricht in diesen Fächern findet an den Handelsschulen statt. Er wird als Tages-, Abend- oder Fernunterricht angeboten.

HHX - Höheres technisches Examen. Dabei handelt es sich um eine dreijährige gymnasiale Ausbildung, die neben den allgemeinen gymnasialen Fächern wesentliche Elemente technischer Fächer enthält. Eine Reihe von Fächern dieser Ausbildung wird als Einzelfachunterricht im Rahmen der offenen Ausbildungen angeboten.

Der Unterricht in diesen Fächern findet an den technischen Schulen statt. Er wird als Tages-, Abend- oder Fernunterricht durchgeführt.

Weitere Informationen über die öffentlichen Ausbildungen für Erwachsene kann man unter www.vidar.dk finden.

Lehrgänge zur beruflichen Qualifizierung nördlich der Grenze

Bei den Arbeitsmarktausbildungen AMU handelt es sich um beruflich ausgerichtete Kurse, die in Kooperation zwischen dem Staat und den Arbeitsmarktpartnern zusammen entwickelt wurden, um Arbeitskräfte weiter zu qualifizieren. AMU umfassen Kurse für Personen mit einer kurzen Ausbildung oder ohne eine berufliche Ausbildung. 
Normalerweise muss man zur Teilnahme an diesen Kursen das 20. Lebensjahr vollendet haben. Die Zielgruppe sind Personen ohne Berufsausbildung oder ähnliche Qualifikationen, sowie Personen mit einer Ausbildung, die sie während der letzten fünf Jahre nicht benutzt haben.

Die Ausbildungen werden jetzt in einigen AMU-Zentren, in den beruflichen Schulen und anderen Einrichtungen angeboten. Zu den Hauptbereichen der AMU Ausbildungen gehören die Sektoren Textil / Bekleidung, Bau- und Anlagenbereich, Hotel / Gastronomie, Landwirtschaft / Forstwesen / Gärtnerei, Landtransport, Metallindustrie, Reinigung, Holzindustrie u.a.

Es handelt sich um zielgerichtete Kurs/Ausbildungsmaßnahmen, die sich über einige wenige Tage bis zu mehreren Wochen erstrecken können und normalerweise während der üblichen Tagarbeitszeit durchgeführt werden. Die Kurse werden von Branchenausschüssen entwickelt, in denen Repräsentanten der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen der betreffenden Branchen vertreten sind.

Es werden etwa 2.000 unterschiedliche Ausbildungen angeboten. Im Internet finden sich ausgezeichnete Übersichten über die Möglichkeiten im Bereich Arbeitsmarktausbildungen und über die Kursusangebote der AMU-Zentren, siehe AMU Syd. Es sei auch auf die Seite www.vidar.dk hingewiesen.

Die dänischen Heimvolkshochschulen

Die dänischen Heimvolkshochschulen unterscheiden sich, sowohl in ihren pädagogischen Aufgaben, wie auch in ihrem fachlichen Angebot, sehr voneinander. Dennoch bauen die unterschiedlichen Heimvolkshochschulen auf eine besondere Unterrichtsform und Tradition auf.

Normalerweise handelt es sich bei diesen Kursen um einen Internatskursus, bei dem man also in der Schule wohnt und isst. Das Besondere an den Heimvolkshochschulen ist eben diese Verbindung von Unterricht und gemeinsamen Leben.

Die Heimvolkshochschulen werden gemäß dem dänischen Gesetz über Heimvolkshochschulen betrieben. Die Schulen sind selbst für den Inhalt des Unterrichts verantwortlich, und man kennt dort keine Examen oder Prüfungen. Allerdings kann man an einigen Schulen Teilbereiche von formalen Ausbildungen absolvieren.

Im Rahmen des formalen Ausbildungssystems wird das Ziel der Ausbildung in erster Linie von Pensum und Prüfungen bestimmt. An den Heimvolkshochschulen hingegen ist das Ziel des Unterrichtes der Schüler selbst. Idealerweise erfolgt an den Heimvolkshochschulen das, was man in ihrer pädagogischen Tradition als „Lebenskunde“ oder „demokratische Bildung“ bezeichnet.

Der Unterricht und das – genauso wichtige – Beisammensein sind Mittel, die jedem Einzelnen helfen sollen, sich darüber klar zu werden, was sie oder er im Leben erreichen möchte. Ziel der Heimvolkshochschulen ist es nicht zuletzt auch, zur Bildung einer Gesellschaft beizutragen, deren Grundlage eine gute und stabile Gemeinschaft bildet.

Die Heimvolkshochschulen in Dänemark betreiben ein gemeinsames Sekretariat, das über Aufenthalte an Schulen, Finanzierung usw. informiert.

Ein Aufenthalt an einer Heimvolkshochschule in Sønderjylland kostet zwischen 900,- und 1.400,- DKR pro Woche. Es gibt verschiedene Zuschussmöglichkeiten, über die die einzelnen Heimvolkshochschulen gerne informieren. 

Die Bewegung der Heimvolkshochschulen begann im Jahre 1844 in Rødding in Sønderjylland, und verbreitete sich über ganz Dänemark und weiter in der ganzen Welt.

Mit sieben Heimvolkshochschulen ist diese besondere Schul- und Unterrichtsform in Sønderjylland stark vertreten. Neben ihrer Rolle als Unterrichtsorte sind die Schulen auch eine wesentliche Bereicherung des örtlichen und regionalen kulturellen Lebens. 


Heimvolkshochschulen in der Grenzregion
Heimvolkshochschule Østersøen, gegründet 1992, und damit die jüngste Einrichtung dieser Art im Landesteil. Die in Aabenraa gelegene Schule ist eine international orientierte Einrichtung, die sich hauptsächlich mit dem Austausch zwischen dänischer und deutscher Kultur befasst. Sprachunterricht und Einführung in Gesellschaft und Wirtschaft der beiden Länder spielen eine zentrale Rolle im Unterricht der Schule.

Im Angebot der Sport-Heimvolkshochschule in Sønderborg spielen Segeln und Outdoor-Aktivitäten eine wichtige Rolle. Die Arbeit der Schule zielt darauf ab, die Teilnehmer auf weiterführende Ausbildungen in den Bereichen Gesundheit und Naturwissenschaften vorzubereiten. Die Sport-Heimvolkshochschule bietet auch die Möglichkeit zur Trainerausbildung in zahlreichen Sportarten.

Die Heimvolkshochschule Rønshoved unterrichtet in zahlreichen Fächern, wie z.B. Geschichte, Politik, Philosophie, Literatur und Soziologie, außerdem bietet die Schule auch ein reichhaltiges Angebot in Bereichen wie Sport, Freizeit und persönlicher Entwicklung. Seit neuestem umfasst der Unterricht auch ein breites Spektrum traditioneller Schulfächer.

Die Heimvolkshochschule Løgumkloster wurde 1960 durch der dänischen Volkskirche nahestehende Gruppen gegründet. Fragen des Glaubens, der Werte und der Ethik spielen dort auch weiterhin eine wichtige Rolle. Die Schule bietet u.a. Unterricht in Fächern wie Kunst, Psychologie und Design an.

Die Dänische Musik & Theater Volkshochschule in Toftlund unterrichtet in einer Reihe von Fächern im Bereich Musik, Gesang, Theater und Tanz. Neben den Unterrichtsfächern bietet die Schule auch Berufs- und Ausbildungsberatung an.

Die Heimvolkshochschule von Rødding hat in den letzten Jahren ihr Angebot grundlegend überarbeitet und befasst sich nun mit den mit der Globalisierung verbundenen Herausforderungen. Ausgehend von dieser Perspektive bietet die Schule eine Reihe von Fächern und Unterrichtsreihen an. Die Schule in Rødding wurde 1844 als erste Heimvolkshochschule Dänemarks gegründet.

Die Jugend-Heimvolkshochschule in Ribe wendet sich an Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren. Sie bietet Unterricht in den Bereichen Musik, Theater, Sport, Leben in der Natur, Design, bildende Kunst und Psychologie. Außerdem legt die Schule großen Wert auf Orientierung über Ausbildungs- und Berufswahl.

Ortskulturringe, Erwachsenenbildungsstätten südlich der Grenze

Die Volkshochschulen in Deutschland verstehen sich als kommunale Weiterbildungszentren. Ihre Träger sind meist Gebietskörperschaften wie Gemeinden oder Berufsverbände. Jede Volkshochschule ist eigenständig, es gibt jedoch Landesverbände, die wiederum im Deutschen Volkshochschul-Verband e.V. organisiert sind. Der Landesverband der Volkshochschulen Schleswig-Holstein E.V. hat seinen Sitz in Kiel.

Die ersten VHS entstanden in der Zeit der Weimarer Republik. Im Artikel 148 der Weimarer Verfassung von 1919 wurde die Förderung des Bildungswesens, einschließlich der Volkshochschulen, erstmalig gesetzlich verankert. Vorbild waren u. a. die dänischen Heimvolkshochschulen Grundvigscher Prägung.

Die Finanzierung der Volkshochschulen basiert meistens auf vier Säulen
- Zuschüsse des Landes
- Zuschüsse der Gemeinde(n) und
- Einnahmen aus Teilnehmergebühren sowie
- Drittmittel (z.B. Förder- oder Werbemittel)

Das Kursangebot der Volkshochschulen besteht aus Lehrveranstaltungen verschiedener Dauer, meist zwischen 1 und 15 Wochen, und steht Personen ab einem Alter von 16 Jahren offen. Es gibt auch Angebote, die auf die Bedürfnisse berufstätiger Personen zugeschnitten sind, andere sind auf Arbeitslose, Familien, Rentner oder Pensionäre ausgerichtet. Je nach Zielgruppe finden die Kurse vormittags, tagsüber, abends oder auch als Intensivkurse am Wochenende statt. Zudem bieten die Volkshochschulen Bildungsurlaube nach den Arbeitnehmerweiterbildungsgesetzen der Bundesländer - sowie Studienreisen, Exkursionen oder auch Auftragsmaßnahmen wie Schulungen für Firmen, Verbände, Vereine oder Privatpersonen an.

Überwiegende Themen des VHS Kursangebots sind allgemein:
 Gesellschaft/Politik/Umwelt
 Beruf
 Sprachen
 Gesundheit
 Kultur
 Fortbildung/Train the Trainer
 Zertifikate/Prüfungen
 Bildungsurlaub
 Grundbildung/Schulabschlüsse (Haupt-, Realschul- Fachhochschulabschluss, Grundbildung, Alphabetisierung)
 E-learning

Da die Volkshochschulen nur einen Teil ihrer Kosten durch Teilnehmerentgelte decken müssen – ohne dabei Gewinn zu erzielen - sind die VHS-Kurse vergleichsweise kostengünstige Angebote für alle Bevölkerungsschichten. In Schleswig-Holstein gibt es insgesamt 167 Volkshochschulen, darunter auch Heimvolkshochschulen (www.dvv.vhs-bildungsnetz.de) und Bildungsstätten, die alle mit ihrem Angebot nach Postleitzahl oder Ort unter www.vhs-sh.de gesucht werden können. Unter den insgesamt 12 Heimvolkshochschulen gibt es zwei nach dänischem Vorbild in Jarplund und Aabenraa.

Die zahlreichen Ortskulturringe bieten Interessenten primär im Bereich Kultur ein breites Veranstaltungsprogramm an. Der seit 1984 bestehende Landeskulturverband (LKV) ist ein Zusammenschluss von privaten Mitgliedern, Persönlichkeiten, Kulturinstitutionen und –verbänden. Er hat zum Ziel, durch Gespräche, Veranstaltungen, Tagungen und Ausstellungen Kunst und Kultur sowie Kulturpolitik in unabhängiger, überparteilicher Arbeit anzubieten und zu fördern. 

Weitere Informationen:
www.vhs.de
www.vhs-sh.de
www.landeskulturverband.de (unter Kulturadressen > Bildung)


Ortskulturringe, Erwachsenenbildungsstätten nördlich der Grenze

Volksbildungswerke / Volkshochschulen bieten Feizeitunterricht an, der ein Lernen auf dem Hintergrund persönlicher Interessen fördern soll, das nicht unbedingt an berufliche Anforderungen geknüpft ist. Deshalb sind die Angebote in diesem Bereich auch sehr vielseitig, und erstrecken sich von Hobbyaktivitäten über persönliche Entwicklung und sportliche Aktivitäten / Wellness bis hin zu mehr traditionellem Schulunterricht. Im alltäglichen Sprachgebrauch spricht man auch von Abendschulen.
Gesetz über das Volksbildungswerk
Die zahlreichen Angebote werden durch Nutzerentgelte finanziert, die durch staatliche Zuschüsse ergänzt werden. Gemäß dem Gesetz über das Volksbildungswerk werden den Kommunen Zuschüsse gewährt, um "die Rahmen zu gewährleisten, innerhalb derer Kinder, Jugendliche und freie Volksbildungsmaßnahmen etablieren und an ihnen teilnehmen können”. Der Finanzierungszuschuss, der gesetzlich festgelegt ist, hat den Zweck, den Kommunen die Möglichkeit zur Förderung von ”Unterricht, Studienkreisen, Vorträgen und Diskussionen fördernden Aktivitäten für Kinder und Erwachsene, sowie für Kinder und Erwachsene zusammen“ zur Verfügung zu stellen. 
Volkshochschulvereine 
In der Praxis werden die zahlreichen Angebote gemäß dem Gesetz über das Volksbildungswerk von Volkshochschulvereinen wahrgenommen, die den in §4 des Gesetzes angeführten Anforderungen entsprechen. 
In Sønderjylland gibt’s es folgende Vereine AOF (Arbejdernes Oplysningsforbund / Volkshochschulverein der Arbeiter), LOF (Liberalt Oplysningsforbund / Liberaler Volkshochschulverein ), FOF (Folkeligt Oplysningsforbund / Volkshochschulverein des Volkes ) und DOF (Dansk Oplysningsforbund / Dänischer Volkshochschulverein). Bei allen Vereinen handelt es sich um landesweite Organisationen, die den größten Teil der Volksbildungsaktivitäten abdecken. 
Geschichte 
Wie schon an den Namen der Verbände ersichtlich, entstammen sie den Ideologien des 20. Jahrhunderts.  AOF hat seinen Ursprung in der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie, der Verband wurde i 1924 gegründet. LOF wurde 1945 von der liberalen Partei Venstre gegründet; FOF 1947 in Anknüpfung an die Konservative Volkspartei, und der unpolitische Verband DOF wurde 1973 etabliert.
In Dänemark ist die Tradition der Volksbildung eng mit der Heimvolkshochschulbewegung und den völkischen Erweckungsbestrebungen verbunden, die um 1840 in Dänemark entstanden.  Diese breit verankerten Bewegungen und ihre Vereinstätigkeit, die sich im Laufe der Zeit sehr breit entwickelte, wurden zu einem wichtigen Element der dänischen Volksbildung. Die Aktivitäten wurden im großem Umfang von den Nutzern selbst organisiert und fanden einen Heimstätte in den örtlichen Versammlungshäusern. Lieder und Gymnastik gesellten sich allmählich zu den traditionellen, aufklärenden Aktivitäten hinzu.

Ausbildungsförderung für Erwachsene südlich der Grenze

Aufstiegsfortbildungsmaßnahmen in allen Wirtschaftsbereichen sind in der Regel förderungsfähig, wenn sie

• auf eine abgeschlossene Erstausbildung aufbauen, 
• gezielt auf eine öffentlich-rechtlich geregelte Prüfung vorbereiten, 
• mindestens 400 Unterrichtsstunden umfassen, wobei bei mehreren Maßnahmeabschnitten die Gesamtdauer maßgebend ist, und 
• in Vollzeitform insgesamt nicht länger als zwei Jahre und in Teilzeitform nicht länger als vier Jahre dauern. 
 
Fernunterrichtslehrgänge können ebenfalls gefördert werden, wenn sie neben diesen den Anforderungen des Fernunterrichtsschutzgesetzes entsprechen.

Förderungsart, -höhe und -dauer 
Teilnehmer an Aufstiegsfortbildungen können eine Förderung in Höhe der tatsächlich anfallenden Lehrgangs- und Prüfungsgebühren (Maßnahmebeitrag) bis zu 10.226 € beantragen.

Der Maßnahmebeitrag wird als Zuschuss und Darlehen gewährt. Der Zuschussanteil zum Maßnahmebeitrag beträgt 30,5 %. Über die jeweilige Differenz zum geförderten Maßnahmebeitrag besteht ein Anspruch auf Abschluss eines Darlehensvertrages mit der KfW Bankengruppe. Weiterhin werden die Kosten für die Erstellung des Meisterstückes oder vergleichbarer Arbeiten in anderen Bereichen zur Hälfte, höchstens jedoch mit  1.534€, durch Darlehen gefördert. 
 
Bei Maßnahmen in Vollzeitform wird zusätzlich ein monatlicher Beitrag zur Deckung des Unterhaltsbedarfs gewährt. 
Z.B. beläuft sich der Unterhaltsbeitrag auf monatlich
• max. 675€ für Alleinstehende 
• max. 849€ für Alleinstehende mit einem Kind.

Die Höhe des monatlichen Unterhaltsbeitrages ist abhängig von

• dem Einkommen / Vermögen des Teilnehmers während der Maßnahme bzw. zum Zeitpunkt der Antragstellung 
• dem Einkommen des Ehegatten 
 der Wohnsituation (Wohneigentum oder zur Miete lebend) und der Höhe der Miete 
• der Art der Krankenversicherung (familienversichert, pflichtversichert, freiwillig versichert)

Der Unterhaltsbeitrag enthält einen nicht rückzahlbaren Zuschuss von monatlich maximal 227 €. Für den Differenzbetrag besteht ein Anspruch auf Abschluss eines Darlehensvertrages mit der KfW Bankengruppe. 
 
Alleinerziehende können zusätzlich einen monatlichen Zuschuss für die Betreuung eines Kindes bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres in Höhe von maximal 113 € pro Kind beantragen.

Darlehensbedingungen 
Das Darlehen ist während der Fortbildung und einer anschließenden zweijährigen Karenzzeit - höchstens jedoch sechs Jahre - zins- und tilgungsfrei. Mit Beginn der Rückzahlung ist das Darlehen mit einem Zinssatz, der in der Regel unter dem marktüblichen Zinssatz liegt, zu verzinsen.

Der Darlehensnehmer hat das Darlehen innerhalb von zehn Jahren mit monatlichen Raten von mindestens 128€ zu tilgen.
 
Gründen oder übernehmen Geförderte innerhalb von drei Jahren nach Beendigung der Maßnahme ein Unternehmen oder eine freiberufliche Existenz, werden ihnen auf Antrag 66 % des auf die Lehrgangs- und Prüfungsgebühren entfallenden Restdarlehens erlassen. Voraussetzung ist, dass die Darlehensnehmerin oder der Darlehensnehmer
• die Abschlussprüfung bestanden hat 
• dieses Unternehmen oder diese freiberufliche Existenz mindestens ein Jahr führt und 
• spätestens am Ende des dritten Jahres nach der Existenzgründung mindestens zwei Personen zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens vier Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt hat (zumindest eine Person davon nicht nur geringfügig beschäftigt).

Antragstellung
Anträge sollten rechtzeitig vor Beginn der Maßnahme gestellt werden. Unterhaltsbeiträge werden ab Beginn des Monats geleistet, in dem der Lehrgang tatsächlich beginnt.

"Zukunftsprogramm Arbeit"
Das Wirtschaftsministerium fördert im Rahmen des „Zukunftsprogramm Arbeit“ die betriebliche Ausbildung benachteiligter Jugendlicher. Die Förderung beantragen können kleine und mittlere Unternehmen aus der gewerblichen Wirtschaft, der Landwirtschaft und der Freien Berufe, die zusätzliche Ausbildungsplätze für benachteiligte Jugendliche bereitstellen.

Folgende Kriterien sind Voraussetzung für eine Förderung:

a) Jugendliche und junge Erwachsene nach mindestens einjähriger außerbetrieblicher Ausbildung
b) AltbewerberInnen 
c) AusbildungsabbrecherInnen sowie Auszubildende aus Insolvenzbetrieben, die im bisherigen Beruf weiter ausgebildet werden
d) Jugendliche und junge Erwachsene, die Anspruch auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II („Hartz IV“) haben.

Ausbildungsförderung für Erwachsene nördlich der Grenze

Es besteht die Möglichkeit, Zuschüsse für die Teilnahme am Unterricht während der Arbeitszeit zu beantragen.

Dabei kommen zwei unterschiedliche Regelungen zur Anwendung: Einerseits die sogenannte VEU-Vergütung (Erwachsenen- und Weiterbildungsvergütung) und andererseits SVU (Staatliche Ausbildungsförderung für Erwachsene). 
Die VEU-Vergütung wird bei gewerblichen Ausbildungen gewährt, während SVU Ausbildungen auf anderen Niveaus abdeckt. Welche Regelung Anwendung findet, hängt also von dem Ausbildungsniveau ab.
 
VEU 
Zweck der VEU-Vergütung ist es, Erwachsenen – hauptsächlich solchen mit einer kürzeren Ausbildung – eine wirtschaftliche Grundlage zu gewähren, die ihnen eine Teilnahme an gewerblich ausgerichteten Weiterbildungen und Ausbildungen für Erwachsenen zu ermöglichen.
 
Die VEU-Vergütung kann für die Teilnahme an nachfolgenden Maßnahmen beantragt werden:

·Arbeitsmarktausbildungen, AMU

·Ausbildungen bis hin zum gewerblichen Ausbildungsniveau

·Ausbildungen für Personen mit höheren Ausbildungen, die innerhalb der letzten fünf Jahre nicht innerhalb ihres Fachbereiches beschäftigt waren.

Die VEU-Vergütung entspricht dem höchsten Satz des Arbeitslosengeldes. Bei einer Teilzeitausbildung wird der Zuschuss entsprechend der Anzahl Unterrichtsstunden reduziert.

Informationen: www.veug.dk  

SVU
SVU kann in nachfolgenden Fällen bewilligt werden

·FVU – Vorbereitende Ausbildung für Erwachsene (max. 18 Wochen)

·AVU - Allgemeine Ausbildung für Erwachsene

·Gymnasiale Ausbildungen

Die Ausbildungsförderung für Erwachsene, die dem höchsten Satz des Arbeitslosengeldes entspricht, kann für den Zeitraum als Leistung bewilligt werden, in dem man nicht an seinem Arbeitsplatz ist, allerdings höchsten 6 Stunden in der Woche bei einer Mindestunterrichtdauer von einer Woche. Bei FVU betragen die Mindestanforderung allerdings nur drei Stunden pro Woche.
 
SVU kann von Personen mit einer kürzeren Ausbildung beantragt werden, die mindestens ein halbes Jahr ohne Zuschüsse bei dem jetzigen Arbeitgeber beschäftigt waren.

Auch ausländische Staatsangehörige, die pendeln, können SVU beziehen.
 
Weitere Informationen: http://www.svu.dk

Infocenter

Informationen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Behörden zu Steuer, sozialer Sicherung und Arbeitsmarkt auf: www.pendlerinfo.org

Publikationen

zur Publikationsübersicht

 

Unter Nachbarn

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