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Grenzlegung 1920

Neufestlegung der Grenze 1920

Die heutige deutsch-dänische Grenze wurde 1920 festgelegt, sie ist eine Folge der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg. Starke dänische Kräfte hatte auf die „Wiedervereinigung“ des Herzogtums Schleswig, das bis zur Kongeå zu Preußen gehörte mit Dänemark gedrungen. Um die Frage zu klären, wurden 1920 zwei Volksabstimmungen im Grenzland durchgeführt.

Das Gebiet war in zwei Zonen eingeteilt. In Zone I nördlich der späteren Grenze wurde en bloc abgestimmt, und es ergab sich eine deutliche Mehrheit für Dänemark. Dabei aber deutsche Mehrheiten in einzelnen Gebieten, wie etwa in den Städten Aabenraa, Sønderborg und Tønder nicht berücksichtigt. Auf der deutschen Seite empfand man dieses Vorgehen als hinterhältig. Dort tat man sich ohnehin schwer, die Kriegs-Niederlage als solche hinzunehmen und den für Deutschland belastenden Friedensschluss von Versailles zu akzeptieren, zu dessen Konsequenzen die Grenzabstimmungen gehörten.

In der Folge entbrannte ein heftiger propagandistischer Kampf um die Abstimmung in der zweiten Zone südlich der Grenze. Hier sollte jede Gemeinde für sich abstimmen. Mit glühend begeisterten, aber auch mit zutiefst hasserfüllten Worten wurden die Menschen dazu aufgerufen, Stellung zu beziehen. Mit Ausnahme zweier kleiner Dörfer im Westen der Insel Föhr erklärten die Menschen in jeder einzelnen Gemeinde der zweiten Zone mit zumeist großer oder sogar überwältigender Mehrheit, bei Deutschland bleiben zu wollen. Auf dieser Grundlage wurde die Demarkationslinie zwischen den beiden Abstimmungszonen als neue Staatsgrenze festgelegt.

In der östlichen Hälfte verlief die Grenze entlang der alten preußischen Kreisgrenzen. Im Westen aber wurde der große Landkreis Tønder zerschnitten, die Kreisstadt Tønder kam zu Dänemark. Aus dem südlichen Restgebiet, zu dem auch die Inseln Sylt, Amrum und Föhr gehören, wurde auf deutscher Seite der neue Kreis Sydtønder gebildet. Die Verwaltung wurde in dem an der Eisenbahn gelegenen Dorf Niebüll installiert, das erst 1960 die Stadtrechte erhielt.

Die dänische Bevölkerung in Nordschleswig feierte ihre Rückkehr unter die dänische Krone. In einer begeistert aufgenommen Rundreise hieß die Königsfamilie die neuen Landeskinder willkommen. Gleichzeitig bildete sich in Nordschleswig eine deutsche Minderheit heraus, die sich eine Revision der neuen Grenze zum Ziel setzte. Auf dänischer Seite hingegen wurde argumentiert, dass die eigentliche alte Reichsgrenze an der Eider verlaufe und dorthin auch wieder verschoben werden müsse.

Im Schatten dieses Konflikts teilte sich die friesische Bewegung in Nordfriesland. Neben den Nordfriesischen Verein für Heimatkunde und Heimatliebe, der sich entschieden für Deutschland erklärte und auch im Grenzkampf entsprechend agierte, trat 1923 der Friesisch-Schleswigsche Verein, der die Anerkennung der Friesen als nationale Minderheit anstrebte und Sympathien für die dänische Seite erkennen ließ.

Der erbitterte Gegensatz zwischen verschiedenen Volksgruppen war ein wesentliches Element der aufgeheizten politischen Stimmung in der Zeit der Weimarer Republik. Zusammen mit der von vielen als sehr bedrohlich empfundenen wirtschaftlichen Krise und insbesondere dem schmerzlichen Strukturwandel in der Landwirtschaft bot sie der Propaganda der Nationalsozialisten breite Anknüpfungsmöglichkeiten.

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