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Hochschulreife

Gymnasiale Bildungen im Allgemeinen südlich der Grenze

Die gymnasiale Bildung blickt in Deutschland auf eine 200-jährige Tradition zurück und zeichnet sich durch eine hohe Qualität und Leistungsstärke aus. Ihre Stärke ist insbesondere dadurch gekennzeichnet, dass sie im Zuge des gesellschaftlichen Wandels immer flexibel, kreativ und innovativ auf die sich verändernden gesellschaftlichen Herausforderungen reagiert hat. Das Gymnasium gilt auch heute noch als Schulform mit großer internationaler Anerkennung.

Was das Gymnasium von den anderen öffentlichen Schulen unterscheidet, sind im Wesentlichen nicht die Inhalte, sondern das Niveau, die Breite und die Vielfalt der Vermittlung der Lehrinhalte. So wird die Allgemeinbildungauf den Gymnasien beispielsweise vertieft und problemorientierter betrachtet als an anderen Schulen.

Die individuell höhere Leistungsfähigkeit der Gymnasiasten bedingt ein gymnasialtypisches Mehr im Anforderungsniveau. Neben der Allgemeinbildung spielt die Persönlichkeitsbildung und Werteerziehung bei der gymnasialen Bildung eine große Rolle. Lebensbejahung, Weltoffenheit, Verantwortungsfreude und Kritikbewusstsein gelten als ebenso wichtige Erziehungsziele wie die Fähigkeit, eigene Standpunkte in Frage zu stellen. Zudem soll die gymnasiale Bildung den Anforderungen der heutigen Gesellschaft entsprechen und ein ausgeprägtes Arbeits- und Sozialverhalten sowie eine breite Methodenkompetenz vermitteln.

Die Breite gymnasialer Bildung umfasst dabei folgende unverzichtbaren Bereiche:

· muttersprachliche Kompetenz einschließlich der Auseinandersetzung mit dem literarischen Erbe der Sprache 
· Internationalität durch fremdsprachliche Vielseitigkeit und Einblick in andere Kulturen
· umfassende mathematisch-logische Schulung 
· grundlegendes naturwissenschaftliches Verständnis
· historisch-politische und ökonomische Bildung 
· theoretisches und praktisches Verständnis für Kunst, Musik und Sport
· religiös-ethische und philosophische Grundbildung

Die breite Allgemeinbildung soll nicht nur die Entwicklung einer allseitig gebildeten Persönlichkeit vermitteln, sondern auch Voraussetzung für die angestrebte Studierfähigkeit sein.
Zur Berufsorientierung führen viele Gymnasien in der 9. und 10. sowie in der 12. Klasse Betriebs- bzw. Wirtschaftspraktika ein. Sie sollen den Bezug zur außerschulischen Erfahrung in der Wirtschaft vermitteln.

Die Oberstufe hat sich in den letzten Jahren verändert – von einem Kurssystem mit einer sehr freien Wahl von zwei Leistungskursen in den Jahrgängen 12-13 und einer sich daraus ableitenden Kursorganisierung in allen Fächern zu einer Profiloberstufe mit gemeinsamen Kernfächern (Deutsch, Mathematik und Englisch) und einem Profilfach, das jeder einzelne SchülerIn selbst wählen und das Ausgangspunkt für eine durchgehende Klassenbildung in den Jahrgängen 11-13 bildet.

Gymnasiale Ausbildungen nördlich der Grenze

Zur weiterführenden Ausbildung von Jugendlichen nach Abschluss der 9. oder 10. Klasse der Folkeskole gehören u. a. die gymnasialen Einrichtungen, die in erster Linie auf die Hochschulreife abzielen.

Es handelt sich hierbei um allgemeinbildende gymnasiale Einrichtungen (das 3-jährige Gymnasium, den 2-jährigen HF-Kurs und den 2-jährigen Abiturkurs) und um die dreijährige Ausbildung an Wirtschaftsgymnasien und Technischen Gymnasien. Zielgruppe sind Jugendliche, die sich auf diesen Gebieten auf höherem Niveau weiterbilden wollen. Die Ausbildung wird durch eine Prüfung nach nationalem Standard abgeschlossen.

Die gymnasialen Ausbildungen und der HF-Kurs wurden durch eine im Jahre 2005 in Kraft getretene Reform erheblich verändert. Ziel der Reform war die Stärkung der naturwissenschaftlichen Fächer und der englischen Sprache sowie die Einführung neuer Unterrichts- und Prüfungsformen.

Die gymnasialen Ausbildungen haben generell die gleichen Zielsetzungen, die über die fachlichen Inhalte hinaus auch die Unterrichtsform, die Allgemeinbildung und die Ausbildung des Demokratieverständnisses beinhalten.

Die Schüler des Gymnasiums müssen über sechs Monate hinweg eine gemeinsame grundlegende Vorbereitungszeit absolvieren, die ihnen einen Einblick in die verschiedenen Fächer und die Arbeitsmethoden am Gymnasium vermitteln soll. Nach dieser Zeit wählen die Schüler den Studiengang, dem sie bis zum Abschluss nach 2½ Jahren folgen werden.

Die Gymnasien südlich der Grenze

Das Gymnasium stellt den schnellsten Weg zum Abitur dar und ermöglicht den Schülerinnen und Schülern einen direkten Zugang zu allen Berufsausbildungen und zur Aufnahme eines Hochschulstudiums.

Es umfasst die Klassenstufen 5 bis 10 (Sekundarstufe I) und die Jahrgangsstufen 11 bis 13/oder 12 nach der neuen G8-Gesetzesgebung (Sekundarstufe II). Mit der Versetzung in die 10. Klasse erhalten die Schülerinnen und Schüler nach einer Prüfung den Hauptschulabschluss, mit der Versetzung in die 11. Klasse den Realschulabschluss, mit der Versetzung in die 13. Klasse die Fachhochschulreife und mit erfolgreicher Beendigung der 13. Klasse/oder 12. Klasse die allgemeine Hochschulreife(Abitur). Das Abitur wird als zentrale Abschlussprüfung geschrieben, d.h. dass alle SchülerInnen in Schleswig-Holstein die gleichen Prüfungsaufgaben bekommen.

In Schleswig-Holstein gibt es 99 Gymnasien, die von rund 85.000 Schülerinnen und Schülern besucht werden. In Schleswig-Holstein dauert der gymnasiale Bildungsgang derzeit neun Jahre: Jahrgangsstufe (5 bis 9) und die anschließende Oberstufe (10 bis 13).
Zum Schuljahr 2011/12 sollen die Gymnasien zwischen dem achtjährigen und dem neunjährigen Bildungsgang wählen können.

Die Gymnasien sind nach unterschiedlichen Schwerpunkten ausgerichtet. So gibt es Schulen, die:

- sich an altsprachlichen bzw. sprachlichen Zweigen orientieren (3 Fremdsprachen als Pflichtfächer),
- die Fächer Musik oder Kunst verstärkt anbieten 
- einen besonderen Schwerpunkt auf Naturwissenschaften setzen
- einen besonderen Schwerpunkt auf das Fach Englisch legen und bilingualen Unterricht in den Fächern Erdkunde, Geschichte oder Biologie anbieten.

Die Gymnasien nördlich der Grenze

Für das STX-Abitur gilt, dass Fachliches eng mit Aspekten der wissenschaftlichen Fächer verbunden wird, und dass die Schüler allgemeine Bildung und Studienkompetenz in den Bereichen Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Gesellschaftswissenschaften erreichen sollen. Das abschließende Abitur STX kann nach einem dreijährigen (evt. vierjährigen) Verlauf abgelegt werden, oder durch Besuch eines Abiturkurses – einer komprimierten zweijährigen Ausbildung mit den gleichen Inhalten. Außerdem kann das Abitur auch durch einzelne Prüfungen in den jeweiligen Fächern erzielt werden.
Im allgemeinbildenden Gymnasium umfasst der Grundverlauf die Fächer Dänisch, Englisch, eine 2. Fremdsprache, Geschichte, Sport, Sozialkunde, ein künstlerisches Fach, Mathematik, Physik, einen naturwissenschaftlichen Grundverlauf, allgemeine Sprachlehre und allgemeine Studienvorbereitung. Im Rahmen des Grundverlaufes werden die Schüler in die Fächer und die für die Ausbildung typischen Arbeitsmethoden eingeführt. 
Die Grundausbildung markiert einen erheblichen fachlichen und sozialen Unterschied zwischen der Grund- und Hauptschule einerseits, und den gymnasialen Ausbildungen andererseits. Der fachliche Inhalt wird durch eine Reihe von Fächer auf niedrigstem Niveau bereits in Grundverlauf dargestellt.

Die gesamte Ausbildung umfasst 25 bzw. 26 Fachmodule oder Blöcke, wobei ein Block einem Fach auf dem Niveau C (niedrigstes Niveau) entspricht, 2 Blöcke B-Niveau und 3 Blöcke A-Niveau. Alle Schüler müssen mindesten vier Fächer auf A-Niveau absolvieren, sowie normalerweise 3 Fächer auf B-Niveau und 7 Fächer auf C-Niveau.

Nach dem Abschluss des Grundverlaufes werden die Schüler in Gruppen entsprechend der Wahl ihrer Studienrichtung verteilt, der sie die nächsten 2½ Jahre folgen werden. 
Die Schüler müssen individuell ihren gesamten Verlauf aus obligatorischen Fächern, Studienrichtungsfächern und Wahlfächern zusammenstellen.
Im allgemein bildenden Gymnasium umfassen die obligatorischen Fächer für alle folgende Niveaus: Dänisch A, Geschichte A, Englisch B, 2. Fremdsprache (Anfängersprache A / Fortgeschrittene B), Altertumskunde C, Religion C, Sport C, Mathematik C, Sozialkunde C, künstlerisches Fach C. Außerdem Physik C, sowie von den Fächern Biologie, Chemie oder Naturgeografie zwei auf dem Niveau C und ein Fach mit dem Niveau B.

Die einzelnen allgemein bildenden Gymnasien bieten ihr eigenes Angebot an Studienrichtungen an, die normalerweise drei Fächer enthalten. Allgemein bieten die großen Gymnasien die meisten Studienrichtungen an. Ummittelbar können Fächer innerhalb der Fachgruppen Sprachen, Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Gesellschaftswissenschaften und künstlerischen Fächer kombinieren, während das 3. Fach gemäß der Eignung zur Zusammenarbeit mit den beiden anderen gewählt wird. Einige Beispiele für Studienrichtungen: Mathematik A, Physik B und Sport B, - oder Sozialkunde A, Mathematik B, Wirtschaftskunde C, - oder Englisch A und Spanisch A. Für die Studienrichtung muss darüber hinaus ein schriftliches Projekt in zwei oder drei dieser Fächer bestimmt werden.

An die einzelnen Studienrichtungen knüpfen sich Module, die normalerweise (abhängig von der gewählten Studienrichtung) bis zu drei Wahlfächer umfassen. In den beiden zuletzt genannten Fällen sind das z.B. Biologie C und Naturgeografie C.

Sowohl im Grundverlauf wie auch während der eigentlichen Studienverläufe müssen die Klassen in den obligatorischen Fächern, den Studienrichtungsfächern und mindestens zwei der Fächer Biologie, Chemie und Naturgeografie gemeinsam unterrichtet werden. Diese Fächer sind in den Studienrichtungsverläufen enthalten.

Die Gymnasien werden als selbstständige Einrichtungen betrieben. Es gibt fünf Gymnasien in Sønderjylland. Einige dieser Gymnasien bieten auch die sog. „Höheren Vorbereitungskurse“ (HF-kurs)an. Dabei handelt es sich um: Alssundgymnasiet Sønderborg, Sønderborg Gymnasium og HF, Aabenraa Gymnasium og HF, Haderslev Katedralskole og HF, Tønder Gymnasium og HF.

Weiterhin ist eine Ausbildung bei dem Studenterkurset og Kostskolen i Toftlund (Abiturkursuszentrum und Internat) in Toftlund möglich, und die deutsche Minderheit verfügt über ein eigenes Deutsches Gymnasium in Aabenraa. 

Dänische Gymnasien südlich der Grenze

Die Duborg-Skolen in Flensburg und A.P. Møller Skolen in Schleswig sind die Gymnasien der dänischen Minderheit. Der Dänische Schulverein für Südschleswig stellt sie im Rahmen ihres Kindergarten- und Schulwesens der dänischen Minderheit und den mit der Minderheit kooperierenden Friesen zur Verfügung.

Etwa 700 SchülerInnen der Jahrgänge 7-13 (darunter etwa 480 der Oberstufe) besuchen die Duborg-Skolen. Diese werden von etwa 110 LehrerInnen unterrichtet. A.P. Møller Skolen bietet auf Sicht Platz für rund 630 SchülerInnen.

A.P. Møller Skolen ist ein Geschenk des fra ”A. P. Møller og Hustru Chastine Mc-Kinney Møllers Fond til almene Formaal” an Dansk Skoleforening for Sydslesvig. De Schule wurde am 1. September 2008 von Ihrer Königlichen Hoheit Margrethe II eingeweiht.

Die Schulen unterliegen der Schulgesetzgebung des Landes Schleswig-Holstein. Die Unterrichtssprache ist Dänisch in allen Fächern – vom Fach Deutsch abgesehen, das neben Dänisch parallel als Muttersprache unterrichtet wird. Die Schulen finanzieren sich aus Zuwendungen des Dänischen Schulvereins, dessen Einnahmen wiederum aus öffentlichen Geldern aus Dänemark und Schleswig-Holstein sowie im bescheidenen Maße aus Elternbeiträgen bestehen. Das Abiturzeugnis der Schule wird sowohl in Dänemark wie auch in Deutschland als inländische Hochschulreife betrachtet.

Die Gymnasien haben seit dem Schuljahr 2008/2009 ihren Charakter verändert. Während Duborg-Skolen bis dahin (A.P. Møller Skolen eröffnete erst 2008) ein reines Gymnasium war, hat sie sich zu einer Gesamtschule/Gemeinschaftsschule in den Klassenstufen 7-10 für SchülerInnen aus einem eng begrenzten geographischen Umfeld entwickeln. Daneben verfügen sie aber weiterhin über eine gymnasiale Oberstufe in den Jahrgängen 11-13. Die Oberstufe hat sich gleichzeitig verändert – von einem Kurssystem mit einer sehr freien Wahl von zwei Leistungskursen in den Jahrgängen 12-13 und einer sich daraus ableitenden Kursorganisierung in allen Fächern zu einer Profiloberstufe mit 3-4 gemeinsamen Kernfächern (Dänisch, Deutsch, Mathematik und Englisch) und einem Profilfach, das jeder einzelne SchülerIn selbst wählt und das Ausgangspunkt für eine durchgehende Klassenbildung in den Jahrgängen 11-13 bildet.

Die Duborg-Skolen engagiert sich in einer langen Reihe von internationalen und externen Projekten. Diese sind: SchülerInnen- und LehrerInnnenaustausch mit den skandinavischen Ländern, insbesondere mit Aarhus, Göteborg, Bergen und Turku/Åbo, ein Kontakt auf Unterrichtsbasis sowie auf der Basis von SchülerInnenaustausch innerhalb des European Studies Project (ESP) mit Schulen in Belgien, Irland, Italien, Lettland, Nordirland und Polen sowie ein Austauschkontakt mit einer Schule in North Carolina/USA.

Drei der Klassen im 11. Jahrgang haben eine besondere Ausrichtung. Diese sind eine ESP-Klasse, die sich am ESP-Projekt beteiligt, eine USA-Klasse, die den Kontakt mit der Schule in North Carolina/USA pflegt, sowie eine Science-Klasse mit einer besonderen Gewichtung der naturwissenschaftlichen Fächer.

Unter den externen Projekten wären der jährliche Tag der offenen Tür mit dem Frühjahrskonzert und der Frühjahrsausstellung im Mai und die Arbeit der SchülerInnen in der Redaktion der Jugendseiten der Flensborg Avis, Sandpapir, hervorzuheben. Unter den internen Projekten wären FETE (Von SchülerInnen für SchülerInnen), das gegenseitige und kostenlose Nachhilfe unter den SchülerInnen organisiert, die SchülerInnenzeitung ElevBladet, die zusammen mit der Schulzeitung DuborgNyt unter der gemeinsamen Überschrift duborgs SKOLEBLAD vier Mal jährlich herausgegeben wird, der SchülerInnenverein, der Schulfeste für die Jahrgänge 10-13 organisiert, sowie eine Reihe von Sport-, Dramen- und Choraktivitäten, darunter die berühmten Lucia-Mädchen, Lyspigerne, die ihren Tourkalender im Dezember 2006 sogar auf New York ausdehnten, zu erwähnen.

Duborg-Skolen und A.P. Møller Skolen empfangen darüber hinaus jährlich eine große Anzahl von Besuchsgruppen, die von SchülerInnen-Guides betreut werden, während die so genannten SchülerInnen-Botschafter mit Unterstützung des dänischen Grenzvereins, Grænseforeningen, Schulen in Dänemark besuchen.

Deutsches Gymnasium nördlich der Grenze

Das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig in Aabenraa ist ein kleines Gymnasium mit etwa 140 Schülern, in dem man nach Abschluss der dreijährigen gymnasialen Ausbildung ein dänisches und ein deutsches Abitur erlangt. Die beiden Abgangsexamen erlauben ein Universitätsstudium sowohl in Dänemark als auch in Deutschland. Unterrichtssprache in allen Fächern – abgesehen vom Fach Dänisch – ist Deutsch.
Kennzeichen des Deutschen Gymnasiums sind die kleinen Klassen, die Überschaubarkeit und Geborgenheit bieten. Klassenlehrer und Studienberater haben hier die Möglichkeit, sich des einzelnen Schülers anzunehmen und auf seine persönlichen Bedürfnisse einzugehen. Das Gymnasium bietet fünf verschiedene Studienrichtungen an:

·       die mathematisch-naturwissenschaftliche Studienrichtung

·       die biologisch-mathematische Studienrichtung

·       die englisch-französische Studienrichtung

·       die englisch-kreative Studienrichtung

·       die englisch-sozialwissenschaftliche Studienrichtung.

Das Gymnasium ist eine offene Schule. Sie bietet zahlreiche Aktivitäten, die über den alltäglichen Unterricht hinausgehen: ein reichhaltiges Musikangebot (Jazz- und Rockbands, Schulchor), Theatergruppe, Exkursionen und Studienreisen auch in das Ausland, EU-Praktikum in Brüssel, Kontakte zu anderen sprachlichen Minderheiten in Europa sowie zahlreiche sportliche Aktivitäten.
Den Schülern des Deutschen Gymnasiums wird in Klasse 1 g ein Laptop zur Verfügung gestellt, um ihnen im Unterricht die Nutzung des Internets in größtmöglichem Umfang zu ermöglichen und die Arbeitsbedingungen zu optimieren.

Das Deutsche Gymnasium ist eine private Einrichtung, es wird aber kein Schulgeld erhoben. Angeschlossen ist ein Internat mit Platz für 50 Schüler in Doppelzimmern. Im westlichen Teil von Sønderjylland verkehrt ein schuleigener Bus, im übrigen Nordschleswig erhalten die Schüler vom Deutschen Schul- und Sprachverein Zuschüsse zu einer Jahreskarte für Sydbus.

Berufliche Bildung südlich der Grenze

Es gibt in Schleswig-Holstein eine Reihe von Schulformen, in denen allgemeinbildende Schulabschlüsse – und damit auch die Fachhochschul- und die Hochschulreife - nachträglich erworben werden können. Die wichtigsten sind im Folgenden beschrieben:

1. Berufsfachschule
Die Berufsfachschule kann - je nach Bildungsgang - in zwei oder drei Jahren eine staatlich anerkannte Berufsausbildung und einen Fachhochschulabschluss vermitteln. In Schleswig-Holstein werden auf den Berufsfachschulen die Fachrichtungen Chemie, Elektronik und Datenverarbeitung, Informatik, Pharmazie, Physik, Sozialpädagogik, Sozialwesen, Sport sowie Wirtschaft angeboten. Aufnahmevoraussetzung ist in der Fachrichtung Sozialwesen der Hauptschulabschluss, in den übrigen Fachrichtungen der Realschulabschluss. Der Schulabschluss in der Fachrichtung Sozialwesen schließt einen dem qualifizierten Hauptschulabschluss und unter bestimmten Voraussetzungen einen dem Realschulabschluss gleichwertigen Abschluss ein. In der Fachrichtung Wirtschaft wird mit dem erfolgreichen Abschluss die Fachhochschulreife erreicht. In den anderen Fachrichtungen kann die Fachhochschulreife zusätzlich erworben werden. 
2. Fachgymnasium
Schülerinnen und Schüler, die einen überdurchschnittlichen Realschulabschluss besitzen (Notendurchschnitt besser als 3.0), können in Schleswig-Holstein das Fachgymnasium besuchen. Durch Unterrichtsinhalte, die allgemeinbildend und berufsbezogen sind, können sie einen Abschluss erreichen, der dem der Fachhochschulreife oder der Hochschulreife (Abitur) entspricht. Die Abschlüsse werden allerdings nicht in allen Bundesländern Deutschlands anerkannt. 
Auf dem Fachgymnasium werden berufsbezogene Schwerpunkte gewählt. Diese können im Bereich Ernährung, Gesundheit und Soziales, Technik, Wirtschaft sowie Agrarwirtschaft liegen. Es umfasst die Jahrgangsstufen 11 bis 13. Nach der 12. Jahrgangsstufe kann die Fachhochschulreife erworben werden. Die Berechtigung zum Studium an einer Fachhochschule wird erst in Verbindung mit einem einjährigen Praktikum, dem Abschluss einer Berufsausbildung oder einer zweijährigen Berufstätigkeit erworben.

3. Fachoberschule
Schülerinnen und Schüler, die eine einschlägige Berufsausbildung und einen qualifizierten Haupt- oder Realschulabschluss besitzen, können in Voll- oder Teilzeit die Fachoberschule besuchen. Bei Vollzeitunterricht führt die Fachoberschule innerhalb eines Jahres, bei Teilzeit innerhalb von zwei Jahren zur Fachhochschulreife. Die Fachoberschule wird in Schleswig-Holstein an 29 Schulen in folgenden Fachrichtungen angeboten: Agrarwirtschaft, Ernährung und Hauswirtschaft, Gestaltung, Sozialwesen, Technik sowie Wirtschaft. Die Fachrichtung richtet sich nach der Berufsausbildung.

4. Fachschule
In der Fachschule wird erweiterte berufliche Fachkenntnisse vermittelt. Voraussetzung für ihren Besuch ist eine abgeschlossenen Berufsausbildung, eine mindestens einjährige Berufserfahrung und - je nach Fachrichtung - der Hauptschulabschluss, der erweiterte Hauptschulabschluss oder der Realschulabschluss. In den Fachrichtungen Heilpädagogik, Nautik, Schiffsbetriebstechnik, Sonderpädagogik und Sozialpädagogik gelten besondere berufliche Aufnahmevoraussetzungen.
Die Fachschule ist in den meisten Fällen zweijährig und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab. Weitere schulische Abschlüsse (Realschulabschluss, Fachhochschulabschluss) können erworben werden. Die Fachschule wird in verschiedenen technischen Fachrichtungen sowie den Fachrichtungen Betriebswirtschaft, Datenverarbeitung/Organisation, Handwerkliches Gestalten, Hauswirtschaft, Hotel- und Gaststättengewerbe, Informatik, Nautik, Schiffsbetriebstechnik, Heil-, Sonder- und Sozialpädagogik angeboten.

5. Abendgymnasium
In Abendgymnasien können sich Berufstätige schulisch weiter qualifizieren. Anbieter sind dabei sowohl Tages- als auch Volkshochschulen. In Kooperation mit den Beruflichen Schulen werden Angebote zum Erwerb der mittleren Reife, der Fachhochschulreife und der allgemeine Hochschulreife realisiert. Die Dauer bis zu dem Erwerb eines Abschluss ist sehr unterschiedlich und richtet sich nach dem Bedarf sowie den Raum- und Lehrkapazitäten. In Schleswig-Holstein finden sich bisher in Kiel, Lübeck und Flensburg Abendgymnasien.

Weitere Informationen, Adressen und einen Überblick über die Berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein können unter folgendem Link gefunden werden: http://www.lernnetz-sh.de.

Berufliches Gymnasium und Berufsoberschule nördlich der Grenze

An den vier Wirtschaftsgymnasien in Sønderjylland kann der Abschluss Höheres Handelsexamen (Højere Handelseksamen / HHX) er worben werden, am Ge werblichen Ausbildungszentrum Süd (EUC Syd / Er hvervs­uddannel sescenter Syd) kann das technische Abitur HTX er wor ben werden. HHX und HTX bilden die Zulassungsvoraussetzung für verschie de ne wei ter­führende Ausbildungen. Die Wirtschaftsgymnasien sind folgende:

•Haderslev Handelsskole

•IBC International Business College Aabenraa

•Business College Syd Sønderborg og Mommark

•Tønder Handelsskole

HHX
HHX ist eine dreijährige gymnasiale Ausbildung, die von den vier oben genannten Wirt schafts gymnasien angeboten wird.

Die HHX-Ausbildung umfasst zunächst einen sechsmonatigen Grundkurs mit den Fächern Dänisch, Englisch und Mathematik sowie einen zusätzlichen Studienbereich mit betriebswirtschaftlichen, volkswirtschaftlichen und kultur orientierten Fächern. Darin eingebunden sind sprachliche und kommunikative Aspekte, IT und Existenzgründung. Die einzelne Schule kann bestimmen, ob bereits der Grundkurs eine zweite Fremdsprache umfasst oder ob diese erst im Studienbereich angesiedelt wird.

Entsprechend ihrer Größe bieten die Wirtschaftsgymnasien verschiedene Stu dien richtungen an, die sich über die nachfolgenden zweieinhalb Jahre er strecken. Sie bestehen aus einer Reihe von Pflichtfächern, Wahlfächern und studienrichtungsspezifischen Fächern. Dabei wird oft innerhalb der einzelnen Studienrichtungen fächerübergreifend gearbeitet. Die Ausbildung muss min destens vier Fächer mit Niveau A (höchstes Niveau), drei Fächer mit Niveau B und mindestens ein Fach mit Niveau C umfassen.

Zu den für alle obligatorischen Pflichtfächern gehören Dänisch (auf Niveau A), Englisch (B), eine zweite Fremdsprache (B/A), Geschichte der Neuzeit (B), Marketing (B), internationale Wirtschaft (B), Betriebswirtschaft (B), Wirt schaftsrecht (C), Mathematik (C), Gemeinschaftskunde (C). Zu den Wahl fä chern gehören beispielsweise interkulturelles Verständnis oder Betriebs wirt schaft.

Die Studienrichtungen umfassen die Hauptbereiche Wirtschaft, Marketing und Internationales. Innerhalb dieser Bereiche können die Fächer auf unter schied liche Weise kombiniert werden. In der Regel umfassen die Studienrichtungen drei Hauptfächer – zum Beispiel Betriebswirtschaft (A), internationale Wirt schaft (A) und Mathematik (B) oder Marketing (A), Betriebswirtschaft (A) und Psychologie (C) oder auch Marketing (A) und Französisch oder Spanisch (A) mit Deutsch (B) als obligatorischer zweiter Fremdsprache.

Im Laufe der Ausbildung muss ein Schüler an zehn Examen teilnehmen und ein Studienbereichsprojekt durchführen. Um zu bestehen, muss mindestens ein Notendurchschnitt von 2 (die Notenskala in Dänemark erstreckt sich von 12 bis -2) erzielt werden – dies entspricht etwa der deutschen Note „ausreichend“.

HTX
Das technische Gymnasium an der EUC Syd verfügt über Abteilungen in Aa ben raa, Sønderborg, Haderslev und Tønder. Die HTX-Ausbildungen am EUC Syd um fassen einen sechsmonatigen Grundkurs mit den Fächern Dänisch, Eng lisch und Mathematik sowie einen Studienbereich mit technologischen, gesell schafts wissenschaftlichen und naturwissenschaftlichen Fachthemen. Außerdem wird in Projekten gearbeitet, in die Sprache, Kommu ni kation, IT und Existenz gründung eingehen. Die Fachangebote umfassen da rüber hinaus auch Sport und eine Einführung in den Werkstattunterricht.

Die Fächer innerhalb von HTX umfassen die Niveaus A-C, wobei A das höchste Niveau ist. Die Schüler müssen mindestens drei Fächer mit A-Niveau, drei Fächer mit B-Niveau und eine Reihe von Fächern mit C-Niveau absolvieren. Diese Studienrichtung erlaubt es, ein Abitur mit Schwerpunkt in verschiedenen Technik- und Technologiefächern zu erwerben. Die Studienrichtung umfasst Pflichtfächer, studienspezifische Fächer, Wahlfächer und ein Studien richtungs projekt.

Pflichtfächer sind u.a. Englisch, Physik, Chemie, Mathematik, Technik, Dänisch, Biologie und Gemeinschaftskunde. Als Wahlfächer stehen beispielsweise Informationstechnologie, Betriebswirtschaft, internationale Technologie und Kultur, Sport, Philosophie und Wirtschaftspsychologie zur Verfügung.

In Aabenraa werden die drei Studienrichtungen Naturwissenschaften, Bio­chemie und Technologie angeboten; Sønderborg bietet die Bereiche Gesund heitswesen, Naturwissenschaft und IT/Kommunikation; Haderslev und Tønder bieten die Richtungen Naturwissenschaft und IT/Kommunikation.

Darüber hinaus müssen die Schüler zwischen drei technischen Fächern wählen, in denen die abschließenden Projekte durchgeführt werden: Bauwirtschaft und Energie, Design und Produktion sowie Prozesstechnologie / Lebensmittel und Gesundheit. HTX umfasst während des dreijährigen Verlaufes zehn Prüfungen sowie ein Studienrichtungsprojekt, alle mit individueller Beurteilung.

Infocenter

Informationen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Behörden zu Steuer, sozialer Sicherung und Arbeitsmarkt auf: www.pendlerinfo.org

Publikationen

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Unter Nachbarn

"Unter Nachbarn" ist das Best-Of aus den vier Partnerzeitungen: Der Nordschleswiger, Flensborg Avis, JydskeVestkysten und den sh:z-Zeitungen.

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