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Kommunikation

Postwesen südlich der Grenze

In den Kreisen Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie der Stadt Flensburg findet man derzeit 99 Postfilialen, zumeist in Kaufhäusern. Die alten Postämter werden zunehmend geschlossen. Dies ist das Ergebnis einer Postreform, die nach der politischen Wende in Deutschland 1989 eingeleitet wurde.

Die ehemalige Deutsche Bundespost (DBP) wurde 1947 als Nachfolgerin der Reichspost gegründet. Bis 1989 bildete sie eine Behörde, die nicht nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt wurde, aber eigenwirtschaftlich sein sollte. Die Deutsche Bundespost war einst der zweitgrößte Arbeitgeber in der Bundesrepublik Deutschland. Ihr gehörten im Jahr 1985 rund 543 000 Mitarbeiter an.

Infolge der ersten Postreform wurde die Deutsche Bundespost 1989 in drei Geschäftsbereiche (auch als öffentliche Unternehmen bezeichnet) aufgeteilt. Sie wurden im Rahmen der zweiten Postreform 1994 privatisiert. Es entstanden:

Deutsche Post AG aus dem Bereich Deutsche Bundespost – Postdienst (gelbe Post)

Deutsche Telekom AG aus dem Bereich Deutsche Bundespost – Fernmeldedienst (graue Post)

Postbank AG aus dem Bereich Deutsche Bundespost – Postbank (blaue Post)

Die Deutsche Post AG ist das größte deutsche Logistikunternehmen. Das Postgesetz spricht ihm noch eine Reihe von befristeten Exklusivrechten zu, verlangt aber dafür Universaldienstleistungspflichten. Große Teile dieser Exklusivlizenzen sind zugunsten einer europaweiten Marktöffnung bereits gefallen. Am 31. Dezember 2007 endete die letzte Exklusivlizenz, das Briefmonopol.

Die Deutsche Post beschäftigt heute in Deutschland rund 150 000 Mitarbeiter. Sie verfügt über ein Filialnetz von 12 500 Niederlassungen und 930 000 Postfächer. Nach Angaben des Unternehmens suchen durchschnittlich 2,5 Millionen Bundesbürger täglich eine Postfiliale auf. 80 000 Postzusteller für 54 200 Zustellbezirke in Deutschland verteilen pro Woche rund 71 Millionen Briefe in 43 Millionen deutsche Haushalte.

Der Bereich Express befördert nicht nur Expresssendungen, auch die täglichen Paket- und Kuriersendungen laufen unter dem Namen DHL-Express. Es besteht aus 131 000 Mitarbeitern. Seit 2004 können Pakete auch an fast 800 bundesweiten Paketautomaten; sogenannten Packstationen, eingeliefert und zugestellt werden. Der Bereich Express verfügt mit 72 000 Zustellfahrzeugen über die größte deutsche Fahrzeugflotte. Der Bereich Finanzdienstleistungen besteht aus der Postbank und den Filialen. In den Postfilialen bieten 19 000 Mitarbeiter die Postdienstleistungen an.

Im Unternehmensbereich Brief betreiben etwa 125 000 Beschäftigte das deutsche Briefnetz. An jedem Werktag stellen sie durchschnittlich 70 Mio. Briefe an 3 Mio. Geschäftskunden und 39 Mio. Privathaushalte zu, von denen 95,7 % (gemessen 2005) einen Tag nach Einwurf ihren Empfänger erreichen. 123 Briefzentren und Zustellstützpunkte bilden ein deutschlandweites Netz, sodass auch abgelegene Wohnorte wie die nordfriesischen Halligen bedient werden.

Der Kreis Nordfriesland gehört zum Postfilialbezirk 10, die Bezirksleitung befindet sich in Husum. In 42 Städten und Gemeinden stehen insgesamt 46 Postfilialen zur Verfügung. Der Kreis Schleswig-Flensburg und die Stadt Flensburg bilden den Postfilialbezirk 11. In 38 Gemeinden gibt es zusammen 40 Filialen, die Stadt Schleswig besitzt vier, die Stadt Flensburg neun Postfilialen.

Links:

http://geschichte-s-h.de/vonabisz/post.htm
http://dp-dhl.com/de/ueber_uns/geschichte.html

Postwesen nördlich der Grenze

Der grundlegende Postservice wird nördlich der Grenze von Postdanmark A/S geleistet, dessen historische Wurzeln als staatliches Unternehmen bis in das Jahr 1624 zurück reichen. 
Das gesetzliche Monopol auf Postdienste erlosch 1995, und heute erwirtschaftet Postdanmark 2/3 seines Umsatzes im Wettbewerb mit verschiedenen privaten Unternehmen. Allerdings obliegt Postdanmark A/S noch eine Beförderungspflicht, also eine Verpflichtung zum Ausbringen von Post überall in Dänemark zu festen Sätzen. Bis auf weiteres hat Postdanmark auch noch das exklusive Recht zur Beförderung von Briefen bis 50 gr. in Dänemark. sind im Zuge der Kommerzialisierung des ehemaligen Postwesens erhebliche Strukturänderungen eingetreten. Landesweit ist Postdanmark heute in vier Betriebsabteilungen und eine Abteilung für gewerbliche Kunden aufgeteilt. Diese Aufteilung hat auch lokale Gültigkeit. 
Seit 2003 sind die Postbereiche in drei aufgabenbezogene Organisationszweige unterteilt: Distribution, Privatkundenverkauf (Filialen) und Wirtschaftskunden. Die Distributionsabteilung (DIS) von Postdanmark A/S trägt die Verantwortung für sämtliche postalische Produkte. Kennzeichen sind die rot gekleideten Postboten.  

Dänemark ist in zwölf Postbezirke unterteilt, von denen der von Aabenraa aus geleitete Bezirk Süd- und Sønderjylland eindeutig der größte ist. Dieser Bezirk umfasst die ehemaligen Kreise Ribe, Vejle und Sønderjylland mit etwa 2600 Angestellten.

Im eigentlichen Sønderjylland gibt es nach der letzten Strukturänderung im Jahre 2005 nur noch drei Postämter - Haderslev, Aabenraa und Sønderborg, sowie die selbständige Filiale in Padborg. Alle Postämter verfügen über eigenes Personal. Darüber hinaus gibt es ca. 70 kleine „Postläden“, die in örtlichen Geschäften untergebracht sind und von den Mitarbeitern des Geschäftes betrieben werden.

Rein wettbewerbsmäßig hat Sønderjylland sich in den letzten 10-15 Jahren sehr gut gehalten. Es ist einer der Bezirke, in denen postalische Produkte am besten verkauft werden – u.a. wegen seiner Lage in Grenznähe, die einen gewissen Umsatz über die Grenze hinweg mit sich führt.

Zeitungen südlich der Grenze

Die stärkste Zeitungs-Konzentration innerhalb der deutschsprachigen Presse in Schleswig-Holstein ist im Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag vertreten, der insgesamt vierzehn Tageszeitungen mit einer Gesamtauflage von 189.000 Exemplaren an Werktagen herausgibt. Der Verlag hat seinen Ursprung im Flensburger Tageblatt, nächste Stufe war der Flensburger Zeitungsverlag, bis sich dann die jetzige Form fand. Ehemals selbstständige Zeitungen wurden im Laufe der letzten drei Jahrzehnte allmählich in den Verlag integriert, beispielsweise in den letzten Jahren (2004) die Eckernförder Zeitung. 2005 wurde – was eine große Ausweitung der Reichweite bedeutet - auch die Schweriner Volkszeitung mit neun Lokalausgaben übernommen.

Gemeinsam betrieben werden u.a. eine gemeinsame Auslandsredaktion, der Internetauftritt, Anzeigen und der Druck der Zeitungen. Die Verwaltung und die Chefredaktion unter der Leitung von Stephan Richter befinden sich in Flensburg. Insgesamt verfügt der Verlag über 700 feste und 1000 freie Mitarbeiter.

Im Landesteil Schleswig erscheinen Lokalausgaben in Eckernförde, Flensburg, Husum, auf den Inseln und Halligen, in Niebüll und in Schleswig und Angeln. Die Zeitungen haben ihre eigene Titelseite, bauen aber auf einer gemeinsamen Hauptausgabe auf.
 
Im Hauptsitz des Verlages in der Nikolaistr. 7 in Flensburg erscheinen auch zwei der Zeitungen, von denen das Flensburger Tageblatt größtes und bedeutendstes Produkt des Verlages ist. Das Flensburger Tageblatt erscheint werktäglich in einer Auflage von 38.000 Exemplaren. Die Zeitung wurde 1865 gegründet und hat immer ein bewusst bürgerliches Profil vertreten. Außerdem erscheint hier die Zeitung „Schlei-Bote“ in einer Auflagenhöhe von knapp 5.000 Exemplaren an Werktagen. Sie erschien zum ersten Male im Kriegsjahr 1864 und hat als Einzugsbereich die Gegend entlang der Schlei bei Kappeln.
 
Die beiden ältesten Zeitungen des Verlages sind die Landeszeitung“ in Rendsburg, gegründet 1807, und die „Schleswiger Nachrichten“ von 1812. Die Landeszeitung gehört jedoch nicht zur nördlichen Hauptausgabe von Flensburg, sondern zur südlichen holsteinischen Hauptausgabe. Die Schleswiger Nachrichten erscheinen in Schleswig. Die Zeitung hat ihren Ursprung in dem "Königlich privilegierten Intelligenzblatt", einem von einem Buchdrucker produzierten Anzeiger. Sie hat heute eine Auflagenhöhe von 18.000 Exemplaren und deckt den südlichen Teil des Kreises Schleswig-Flensburg.
 
In Eckernförde erscheint die Eckernförder Zeitung, die mit einer Werktagsauflage von 8.500 Exemplaren auch das Umland abdeckt. Sie wurde 1851 gegründet.
 
Im Kreis Nordfriesland verfügt der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag über zwei Ausgabeorte. Auf der Insel Sylt erscheint die Sylter Rundschau, deren Geschichte bis ins Jahr 1865 zurück reicht, und die 1971 in den Verlag eingegliedert wurde. Mit einer Auflagenhöhe von 7.000 wird sie von Einwohnern und Feriengästen gelesen.

Der zweite Erscheinungsort an der Westküste ist Husum, dort erscheinen drei Zeitungen. Die größte sind die „Husumer Nachrichten“, gegründet im Jahre 1873 von zwei Buchdruckern, mit einer heutigen werktäglichen Auflage von 22.000 Exemplaren. Das „Nordfriesland Tageblatt“ ist die zweitgrößte mit einer Auflage von über 9.000 Exemplaren. Das Blatt wird in erster Linie auf dem Festland in dem ehemaligen Amt Südtondern gelesen. Der „Insel-Bote“ wurde 1880 gegründet, er wird täglich auf dem Seewege an Leser auf den Inseln Föhr und Amrum und auf einige Halligen geliefert. Mit seiner Auflage von 3.700 Exemplaren deckt der Insel-Bote den südlichen Teil des Kreises Nordfriesland.

Als erster Tageszeitungsverlag in Schleswig-Holstein startete der sh:z 2007 ein tagesaktuelles online-Portal. www.shz.de

Sämtliche überregionale Tages- und Wochenzeitungen(beispielsweise die FAZ, die Financial Times, die Süddeutsche, die Welt, der Spiegel, die ZEIT) haben Korrespondentenbüros in Schleswig-Holstein, sind vertreten in der Landespressekonferenz und berichten regelmäßig über alle überregional relevanten Ereignisse aus ganz Schleswig-Holstein.

Zeitungen nördlich der Grenze

„Jydske Vestkysten“ ist heute die allein bestimmende dänische regionale Tageszeitung in Nord schleswig, die aus einer Reihe von Fusionen hervorgegangen ist. Der endgültige Zusammen schluss erfolgte 1991 durch Fusion zwischen der konservativen, 1929 in Kolding von dem Haupt stadtblatt „Berlingske Tidende“ gegründeten „Jydske Tidende“, und der Venstre-Zeitung„Vestkysten“, die 1917 in Esbjerg gegründet worden war. Vor der umfassenden Fusion hatte „Jydske Tidende“ die alten Zeitungen aus Sønderjylland, „Dannevirke“ (1838-1975) in Hader slev und „Hejmdal“ (1896-1972) in Aabenraa übernommen. Auch die regionale sozialdemokra­tische Zeitung „Sønderjyden“ wurde 1974 eingestellt.

Wenige Jahre vor der Fusion mit „Vestkysten“ hatte „Jydske Tidende“ den Hauptsitz nach Aaben raa verlegt. 1993 wurde die Fusion auch auf „Kolding Folkeblad“ ausgeweitet. Damit deckt „Jydske Vestkysten“ heute Sønderjylland und das gesamte westliche und südliche Südjüt land ab. Der Hauptsitz der Zeitung liegt am Banegårdsplads in Esbjerg in den früheren Räumen von „Vestkysten“. Dies spiegelt, zusammen mit den Redaktionen in Kolding und Aabenraa usw. die historische Verbindung zu den früheren Tageszeitungen wider.
”JydskeVestkysten“ erscheint täglich mit einem gemeinsamen Mantel, der in erster Linie landes weite Themen darstellt. Um eine breite lokale Berichterstattung zu sichern, erscheinen die Lokal teile in neun verschiedenen Ausgaben, von denen vier sich auf Sønderjylland beziehen, ent spre chend den neuen Großkommunen. Vor dem Jahre 2005 gab es in Nordschleswig nur drei Aus gaben. Die Auflage der Ausgabe in Haderslev betrug damals 11.600 Exemplare an Werktagen, die Ausgabe Aabenraa-Tønder erschien in einer Auflage von 14.200 Exemplaren, und die Aus gabe Sønderborg erschien in 10.900 Exemplaren. Die Auflagen der Sonntagsaus gaben lagen etwas höher. Die größte landesweite Zeitung „Morgenavisen Jyllands-Posten”, kann lediglich ein Fünftel dieser Auflagenhöhe im Landesteil erreichen, was die starke Position von „Jydske­Vest kysten“ vor Ort unterstreicht.

Die Gesamtauflage betrug im Jahre 2004 an Werktagen 80.700 Exemplare, und 92.500 an Sonn tagen Die redaktionelle Linie der Zeitung ist partei unab hängig, aber von einer liberal- bürgerlichen Grundhaltung geprägt.


„Berlingske Media“ und „Den sydvestjyske Venstrepresse“ sind zu gleichen Teilen Eigentümer der Gesellschaft, der die fusionierte Zeitung gehört. Die Zeitung JydskeVestkysten ist heute ein Teil des Medienkonzerns „Syddanske Medier”, der u.a. eine Radiostation, ein Eventbüro, die Zeitungsdistribution und die Internetabteilung Syddanske Online umfasst.

Flensborg Avis

Die Zeitung der dänischen Minderheit im Landesteil Südschleswig, Flensborg Avis, erscheint heute als eine Omnibuszeitung in dänischer Sprache mit einigen deutsch spra chigen Seiten. Die Zeitung drückt die Standpunkte der Minderheit aus, und orientiert über deren Aktivitäten. Jeweils donnerstags hat das Blatt besondere Mit gliederseiten für die Mitglieder von Sydslesvigsk Forening [Der Südschleswigsche Verein]

Mit seinem Inhalt deckt Flensborg Avis das gesamte Grenzland ab, aber na­türlich mit dem Hauptgewicht auf dem Landesteil Schleswig.Das Motto des Blattes lautet:„Dichter dran am Grenzland“.Gleichzeitig orientiert die Zeitung über die Ver hältnisse in Deutschland.Hauptredaktion und Druckort sind am Witten berger Weg in Flensburg.Darüber hinaus hat die Zeitung Redaktionen in Niebüll und Schleswig, und eine besondere Redaktion für Nordschleswig.

An normalen Werktagen erscheint die Zeitung in einer Auflage von 5.300 Ex em plaren, am Donners tag steigt diese Zahl auf 12.300 Exemplare, wenn die Mitglieder von Sydslesvigsk Forening das Blatt mit den speziellen Mitglieder sei ten erhalten.

Das Blatt wurde1869 im überwiegend deutschsprachigen Flensburg etabliert, weil die Gründer eine starke Zugehörigkeit zu Nord schleswig fühlten.Flensborg Avis wurde der Ablöser für eine vor handene, dänisch gesinnte Zei tung in Flensburg, die allerdings in deut scher Sprache erschien.In den ersten Jahren war die Linie des Blattes sehr ge mäßigt, aber ab 1882 prägte der eher streitbare Redakteur Jens Jessen die Richtung. Er war von 1901 - 06 Mitglied des Reichstages in Berlin.Bis 1920 verfügte die Zeitung auch über zahlreiche Abonnenten im nördlichen Teil von Nordschleswig, aber nach der Grenzziehung unmittelbar nördlich von Flensburg entwickelte sie sich zu einer Zeitung für die dänische Minderheit.In den 1930’ern war Flensborg Avis die einzige nicht nazi stische Zeitung, die im Staat von Hitler erschien.Von 1963 – 1988 war der lei­tenden Politiker der Minder heit, Karl Otto Meyer, Chefredakteur.Heute ist Bjarne Lønborg verant wort licher Chefredakteur der Zeitung.

Die Schwierigkeiten, interessierte Leser über die Sprachbarrieren hinweg zu er reichen, existierten von Anfang an für Flensborg Avis.Nach der Wieder verei ni gung 1920 wurden für einen kurzen Zeitraum von der Minderheit einige deutsch sprachige Publikationen herausgegeben.Nach dem zweiten Weltkrieg stieg das Interesse an der dänischen Idee. Die Auflage von Flensborg Avis stieg, aber in den Jahren 1948 – 74 erschien auch die deutschsprachige, aber dänisch orientierte „Südschleswigsche Heimatzeitung“.

Seit 1986 bringt Flensborg Avis selbst in geringem Umfang deutschsprachige Seiten mit Nachrichten aus Deutschland und umfangreichen Be richten von Sportveranstaltungen.

Der Nordschleswiger

In Nordschleswig gibt es eine deutsche Zeitung, „Der Nordschleswiger, herausgegeben vom Bund Deutscher Nordschleswiger.Die deutsch spra­chige Zeitung ist einerseits Sprachrohr der deutschen Minderheit, hat sich aber gleich zeitig auch als lokale und regionale Zeitung im Grenzland pro­filiert.Sie hat ihre besonderen Kompetenzen in Fragen der dänisch-deut­schen Verhält nisse und der grenzüberschreitenden Entwicklung in der Region Sønder jylland-Schleswig.
Es ist eine kleine Zeitung mit einer Auflage von etwa3000 Exemplaren. Aller dings ist sie in weit größeren Kreisen bekannt, nicht zuletzt wegen ihres mar kanten Chef redakteurs Siegfried Matlok, der seit 1983 die politische Aufgabe als Ver treter des Sekretariates der deutschen Minderheit bei der dänischen Regierung und beim Parlament in Kopenhagen wahrnimmt.Er hat viele poli ti sche Kon takte und Initiativen etabliert.

Neben dem Sitz der Chefredaktion in Aabenraa verfügt „Der Nordschleswiger“ über Lokalredaktionen in Haderslev, Sønderborg, Tønder und Tinglev, was mit besonderen Lokalseiten in der Zeitung markiert wird. Inhaltlich und drucktech nisch hat die Zeitung eine enge Kooperation mit dem shz-Verlag in Flensburg. Die Zeitung wird in Rendsburg gedruckt. Sie ist generell deutsch sprachig, aber auf Dänisch verfasste Leserbriefe werden auch aufgenommen.
Der Vorgänger „Nordschleswigsche Zeitung“ entstand 1929 aus einer Zusam men legung von verschiedenen kleinen deutschsprachigen Zeitungen im Lan desteil.Ende der 30’er Jahre wurde das Blatt zum Organ der nazifizierten Min derheit. Nach dem Ende der Besetzung Dänemarks sprengten dänische Wi der stands kämpfer im August 1945 die Druckerei.

Der Nordschleswiger erschien ab dem 2. Februar 1946 als Wochenzeitschrift, und war damit die erste freie deutsch sprachige Zeitung in Westeuropa nach dem 2. Weltkrieg. Seit einigen Jahren bringt die Zeitung täglich eine deutsch sprachige Nachrichtensendung bei Radio Mojn, dem größ ten Lokalradio in Sønderjylland. Dieses Projekt wird vom däni­schen Kultusministerium bezuschusst.

Wochenzeitungen südlich der Grenze

Zwei Akteure buhlen um die Gunst der Leser von Wochenzeitungen in Schleswig. Die Kopp & Thomas Verlagsgruppe gibt die „Nordfriesland Palette“  und die „MoinMoin“ heraus, die beide mittwochs erscheinen. Wie der Name andeutet, deckt die „Nordfriesland Palette“ den Bereich der Westküste mit Ausgangspunkt in Husum ab, während „MoinMoin“ mit Redaktionssitz in Flensburg in vier lokalen Ausgaben erscheint: Flensburg, Angeln, Schleswig, Südtondern.

Die Anzeigenblätter des Verlages erscheinen wöchentlich in einer Gesamtauflage von 218.000 Exemplaren. Der Verlag ist darüber hinaus Mitglied der schleswig-holsteinischen Kooperation von Anzeigenblättern „NordBlock“, die eine Auflage von 1,4 Mio. erreicht, und kooperiert mit den dänischen Verlagen von „Ugeavisen“ und „Budstikken“.

Der andere Akteur ist der Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag sh:z. Im sh:z erscheinen wöchentlich die „Schleswig-Holstein am Sonntag“ (seit 2006, Auflage etwa 50.000) und drei wöchentliche Sportzeitungen. Stark vertreten und gelesen sind in der gesamten Region die kostenlosen Anzeigenblätter (in ganz Schleswig-Holstein mit einer Auflage von 540.000). Im Schleswiger Landesteil werden die „HALLO Wochenblätter“ verteilt, auch am Wochenende, „Die Wochenschau“, und der „Förde Express“ in Eckernförde. 
In Schleswig-Holstein gibt es eine ganze Reihe von Fachzeitungen und –zeitschriften, die auch für die Leser im Grenzbereich Bedeutung haben. Für die ländliche Bevölkerung ist vor allem das wöchentlich erscheinendeBauernblatt“ von Bedeutung (es existiert mit allen Vorgängerausgaben seit Mitte des 19. Jahrhunderts) mit seiner kompetenten und inhaltsreichen Berichterstattung (Auflage ca 27.000). 
Wöchentlich erscheint „Die Nordelbische“, die ihren Ursprung bereits im Jahr 1925 hat und bis 2003 „Nordelbische Kirchenzeitung“ hieß. Rund 60.000 Leserinnen und Leser in Schleswig-Holstein, Hamburg und in den deutschsprachigen Kirchengemeinden Dänemarks lesen die Zeitung, die sowohl über das kirchliche und gesellschaftliche Leben berichtet, als auch  in großem Umfang über das aktuelle Geschehen in aller Welt. Herausgegeben wird „Die Nordelbische“ vom Evangelischen Presseverband Nord e.V. in Kiel.  
Wirtschaftlich Interessierte lesen monatlich die „Wirtschaft zwischen Nord- und Ostsee“, herausgegeben von den Industrie- und Handelskammern in Flensburg, Kiel und Lübeck.

Wochenzeitungen nördlich der Grenze

Es gibt eine große Zahl von Wochenzeitungen in Nordschleswig, die kostenlos verteilt werden. In den alten Kleinstädten konkurrieren oft zwei verschiedene miteinander. Auch die kleinere Kommunen und ihre Nachbarorte verfügen in der Regel über eine kostenlose Wochenzeitung, die einmal pro Woche Angebotsanzeigen bringt und über kulturelle Veranstaltungen und die Leute in der örtlichen Gemeinschaft berichtet. Oft erscheinen die Gratisblätter einmal pro Monat in einer umfangreicheren Auflage, und decken dann einen größeren geografischen Bereich ab.

Im östlichen Teil der Region gibt es fünf kostenlose Blätter, die von dem Unternehmen „Berlingske Lokalaviser“ herausgegeben werden. Diese Blätter wurden entweder von dem Unternehmen aufgekauft, oder in den letzten Jahren selbst gegründet. In den einmal wöchentlich erscheinenden Zeitungen kann man neben den Annoncen und lokalen Neuigkeiten auch landesweite Nachrichten aus den übrigen Publikationen des Presse-Konzerns „Berlingske“. Ausgehend von diesen kostenlosen Wochenzeitungen wurde in den letzten Jahren ein sogenanntes „ByNet“ (Stadtnetz) im Internet etabliert, wo man auch die Wochenblätter einsehen kann. Dabei handelt es sich um Haderslev Ugeavis, Vojens Ugeavis, Aabenraa Ugeavis, Bov Bladet, sowie Sønderborg Ugeavis.

Neben diesen Blättern erscheint auch mittwochs das Lokalblatt „Budstikken“, das zuerst im Bereich von Haderslev-Vojens erschien, jetzt aber auch über Lokalausgaben in Aabenraa und Sønderborg verfügt.
An der Ostküste gibt es darüber hinaus noch kleinere Wochenzeitungen wie „Lundtoft Ugeavis“ und „Graasten og Omegns Folkeblad“.

Eine alte Zeitung ist das kleine Blättchen TyrstrupHerreds Tidende/Christiansfeld Avis mit einer Auflage von 6.000 Exemplaren, das 1924 gegründet wurde.
Im Grenzbereich erscheint Ugebladet for Tinglev kommune, das von der lokalen Buchdruckerei „Tinglev Bogtrykkeri“ herausgegeben wird. Auch dessen redaktioneller Inhalt ist im Internet zugänglich. Im mittleren Teil der Region gibt es die Publikationen „Rødding Avis“ und „Ugeavisen MidtSyd“ aus Toftlund.

An der Westküste erscheint „Ugeavisen Tønder“ in einer Auflage von 25.000 Exemplaren, und das kleinere Blatt Skærbæk Avis mit einer Auflage von 13.000 Exemplaren, das ebenfalls im Internet gefunden werden kann.

Rundfunk südlich der Grenze

Die öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten Rundfunksender  werden in Schleswig-Holstein (Hörfunk und TV) vertreten durch den NDR (Norddeutscher Rundfunk) – Vierländeranstalt und Teil der ARD – und das ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) mit einem Regionalstudio in Kiel. Damit wird die gesamte Berichterstattung aus und über ganz Schleswig-Holstein tagesaktuell regional und bundesweit abgedeckt.

Der NDR verfügt über fünf Hörfunk-Kanäle, die sämtlich in ganz Schleswig-Holstein zu empfangen sind.  „NDR 1 Welle Nord“ ist der am meisten gehörte Kanal, der alle regional bedeutenden Themenkomplexe bearbeitet. Auch alle Themen des Grenzbereichs und der Minderheiten. Ausführlich, teilweise live, ist auch über die „Dänische Kulturwoche“ in Schleswig berichtet worden. Die übrigen Kanäle sind „NDR 2“, „NDR Kultur“, „NDR Info“  und der auf eine jüngere Zielgruppe ausgerichtet „N-Joy“. Der NDR betreibt eigene Studios in Heide und in Flensburg. 
Beliebte öffentlich-rechtliche Sender, also werbefrei, sind auch die landesweit empfangbaren Programme vom „Deutschlandfunk“ und „Deutschlandradio Kultur“. Korrespondenten berichten aus und über Schleswig-Holstein. Deutschlandradio ist in Folge der deutschen Wiedervereinigung entstanden. Eine Zusammenführung der Rundfunksysteme beider deutscher Staaten machte eine Neuordnung notwendig. 1994 formierten sich der unter Besatzungsrecht entstandene "RIAS Berlin", der vom Bund getragene "Deutschlandfunk" und der nach 1989 vom "Runden Tisch" gegründete und aus dem DDR-Rundfunk hervorgegangene "Deutschlandsender Kultur" unter dem Dach von ARD und ZDF zu "Deutschlandradio". 
„Alle Hits für Schleswig-Holstein” lautet der Slogan von Radio Schleswig-Holstein (RSH). Der Musiksender, der zu den am meisten gehörten Kanälen in Schleswig-Holstein zählt, sendet in Flensburg auf 101,4 Mhz, sowie auf Sylt auf 102,8 Mhz. Als RSH 1986 den Sendebetrieb aufnahm, brach die Station damit das Monopol des NDR. Es war gleichzeitig der erste private Radiosender in der Bundesrepublik, der ein gesamtes Bundesland abdeckte. RSH strahlt als einziger Radiosender in Schleswig auch Nachrichten in dänischer Sprache aus.

”Delta Radio – Klingt Anders!” proklamierte ein weiterer beliebter privater Radiosender, der in Schleswig zahlreiche Hörer hat.

”Radio Nora – Hits & Oldies“ – lautet das Motto des dritten Privatsenders, der sich einen nostalgischen Anstrich gibt. Im Kabelnetz kann der Sender im gesamten Bereich Schleswig auf der Frequenz 92,4 Mhz empfangen werden.

Die drei privaten Radiosender haben eine gemeinsame Adresse in Kiel. Alle genannten Radiokanäle können auch online im Internet über die Homepage des jeweiligen Senders gehört werden.

Mit einer normalen Antenne können auch die Radioprogramme von Danmarks Radios empfangen werden: P1 (95,1 Mhz), P2 (102,1 Mhz), P3 (97,2 Mhz) und P4 (99,9 Mhz). Das zuletzt genannte P4 ist in lokale Stationen aufgeteilt, wobei Radio Syd in Aabenraa gegenüber Südschleswig besondere Verpflichtungen hat. Die Frequenzangaben beziehen sich auf den Empfang mittels Antenne. In den Kabelnetzen kann es Probleme beim Empfang von DR P2 geben.
Eine Besonderheit im nördlichsten Bundesland sind die „Offenen Kanäle Schleswig-Holstein“, öffentlich zugängliche TV- und Radiosender, die als Bürgerfunk arbeiten. Von Bürgern für Bürger. Es sind regionale Sender mit begrenzten Reichweiten, die aber allein auf die Interessen der Zuschauer und der „Macher“ ausgerichtet sind.

Das Hauptstudio der „OKSH“ ist in Kiel, es bietet das Fernsehprogramm „Kiel TV“ und den Hörfunk „Kiel FM“. Der „Offene Kanal Lübeck“ ist ein Bürgerradio. Der „Offene Kanal Westküste“ ist ein öffentlich zugänglicher Hörfunksender, der Studios in Heide, Husum, Garding und Süderstapel unterhält und auf drei Frequenzen per UKW ausgestrahlt und in 9 Kabelnetze an der Westküste eingespeist wird. Das Bürgerfernsehen „Offener Kanal Flensburg“ wird im Kabelnetz auf dem Sonderkanal 8 ausgestrahlt.

1991 wurde der erste Offene Kanal durch die damalige Landesmedienanstalt ULR eingerichtet. Seit der Fusion der Landesmedienanstalten Schleswig-Holstein und Hamburg zur „MA HSH“ sind die „Offenen Kanäle Schleswig-Holstein“ eine eigenständige öffentlich-rechtliche Anstalt.

Innerhalb des gesetzlichen Rahmens leisten die Offenen Kanäle auch einen Beitrag zur Förderung der Minderheitssprachen, zur Ausbildung von Multiplikatoren und zur Herstellung und Versendung entsprechender Beiträge.

Rundfunk nördlich der Grenze

Nordschleswig wird durch die vier lizenzfinanzierten, landesweit ausgestrahlten Radiokanäle von Danmarks Radios abgedeckt. P1 (95,1 Mhz) ist ein Informationskanal mit Diskussionen und Nach richten aus dem öffentlichen Leben, P2 (102,1 Mhz) profiliert sich mit kulturellen Erlebnissen, P3 (97,2 Mhz) bringt Popmusik, Unterhaltung und stündliche Kurznachrichten, während P4 (99,9 Mhz) eine Mischung aus landesweiten und regionalen Programmen be inhaltet.

Für den Bereich Nordschleswig werden die regionalen Programme von DR Syd mit Redaktionen in Esbjerg und Aabenraa produziert. Radio Syd wurde 1960 gegründet und erfreut sich im südlichen Teil von Dänemark größter Beliebtheit. Neben dem nördlichen und westlichen Schleswig soll der Sender auch Südschleswig mit ab decken. In der Praxis werden deutsche kulturelle Veran stal tungen aus dem Gebiet zwischen der Grenze von 1920 und Eider allerdings kaum beachtet, auch wenn dies in dänischer Sprache möglich wäre. Die Angebote von Radio Syd werden ausschließlich in dänischer Sprache gesendet, trotz der im südlichen Dänemark ansässigen deutschen Minderheit.

Radio Syd sendet an allen Werktagen zehn, an anderen Tagen sechs regionale Nachrichtensendungen. Darüber hinaus wird wöchentlich das Programm „Grænseland“ (Grenzland) ausgestrahlt. Danmarks Radio produziert ansonsten siebzehn digitale DAB-Kanäle, die es ermöglichen, beispielsweise 24 Stunden täglich Jazz zu hören. Auf der Homepage von DR kann man eine Reihe von Programmen unab hängig von ihrem Sendezeitpunkt hören.

Ende Mai 2010 wurde das Radiomonopol von DR gebrochen als die Regierung eine Medienvereinbarung mit Dansk Folkeparti und Liberal Alliance einging. Es wird ein neuer privater Radiokanal gegründet der jedes Jahr 100 Millionen Kronen vom dänische Staat erhält. DR hat dadurch zum ersten Mal einen Konkurrenten der durch Gebühren finanziert wird und deswegen keine Werbung sendet. Andere Konkurrenten von DR sind Lokalradios.

Die kommerzielle Station mit den meisten Hörern in Nordschleswig ist Radio Mojn, das seit 1989 sendet. Die Hörer kön nen sich mit Musikwünschen an die Station wenden. Zwischen den Musikstücken werden Reklamen und Nachrichten aus dem Grenzland gesendet. Radio Mojn ist die einzige dänische Radiostation, die Nachrichten auf Deutsch sendet. Die Nachrichten werden von der Tageszeitung „Der Nordschleswiger“ geliefert, deren Redaktion in unmittelbarer Nähe der Radiostation ansässig ist. 

Fernsehen südlich der Grenze

Die öffentlich-rechtlichen, gebührenfinanzierten Rundfunksender  in Schleswig-Holstein (Hörfunk und TV) sind der NDR (Norddeutscher Rundfunk) in seinem Landesfunkhaus in Kiel – der NDR ist eine Vier-Länderanstalt und Teil der ARD – und das ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen) mit einem Regionalstudio in Kiel. Damit wird die gesamte Berichterstattung aus ganz Schleswig-Holstein tagesaktuell regional und bundesweit abgedeckt.

Der NDR ist Tag und Nacht Bestandteil des bundesweiten Gesamtprogramms der ARD. Alle berichtenswerten, überregional interessanten Ereignisse aus Schleswig-Holstein werden in den NDR-Landesstudios und im Landesfunkhaus produziert. Auch thematisch umfangreiche Sendungen aus dem und über das Land. Schleswig-Holstein ist zuweilen auch Standort für Film- und Fernsehserien (beispielsweise „Der Landarzt“ in Kappeln und Umland). Regionale Magazin-Sendungen sind „Schleswig-Holstein 18 Uhr“ (montags bis freitags 15 Minuten) und das tägliche „Schleswig-Holstein-Magazin“ (19:30-20 Uhr). Dieses Nordmagazin wird täglich um 10 Uhr wiederholt.

Der NDR betreibt Regionalstudios in Flensburg, Heide, Kiel, Lübeck und Norderstedt.  Das Studio Flensburg ist das älteste, es betreut seit 60 Jahren den Landesteil Schleswig und berichtet auch aus dem südlichen Dänemark.  Seit 2000 auch als Fernsehstandort. Mit den dänischen Kollegen von TV Syd kooperieren die Flensburger gern und oft.

Das ZDF (ZDF-Inlandsstudios) produziert von seinem Landesstudio in Kiel aus die gesamte Berichterstattung aus und über Schleswig-Holstein. Alle Spezialredaktionen der Mainzer Zentralanstalt lassen sich zuarbeiten oder schicken eigene Teams ins Land. Das ZDF-Landesstudio in Kiel bedient zugleich den Korrespondentenplatz Skandinavien. Berichte über Dänemark kommen also auch aus Kiel.

Die privaten TV-Sender RTL und SAT.1 unterhalten für ihre früh-abendlichen Regionalsendungen an den Wochentagen - „rtl Nord“ und „SAT.1 Norddeutschland“ - Korrespondentenbüros in Schleswig-Holstein. Sie sind Teil der Gesamtberichterstattung.

Eine Besonderheit im nördlichsten Bundesland sind die „Offenen Kanäle Schleswig-Holstein“, öffentlich zugängliche TV- und Radiosender, die als Bürgerfunk arbeiten. Von Bürgern für Bürger. Es sind regionale Sender mit begrenzten Reichweiten, die aber allein auf die Interessen der Zuschauer und der „Macher“ ausgerichtet sind. Das Hauptstudio der „OKSH“ ist in Kiel, es bietet das Fernsehprogramm „Kiel TV“ und den Hörfunk „Kiel FM“. Es gibt u. a. auch ein TV-Außenstudio in Eckernförde. Der „Offene Kanal Lübeck“ ist ein Bürgerradio. Der „Offene Kanal Westküste“ ist ein öffentlich zugänglicher Hörfunksender, der Studios in Heide, Husum, Garding und Süderstapel unterhält und auf drei Frequenzen per UKW ausgestrahlt und in 9 Kabelnetze an der Westküste eingespeist wird.

Das Bürgerfernsehen „Offener Kanal Flensburg“ wird im Kabelnetz auf dem Sonderkanal 8 ausgestrahlt. Viele Flensburger(innen) und auch Interessierte aus dem Umland machen ihre eigenen Sendungen. Auch mit grenzüberschreitenden Themen. Außerdem gibt es in den Offenen Kanälen eine große Zahl von Projekten für Jugendliche und für Schulen. Im Sommer 2008 beispielsweise war das Filmprojekt „Fischauge“ bei Kindern und Jugendlichen im Kreis Schleswig-Flensburg. Stets gibt es auch Ferienprojekte.

1991 wurde der erste Offene Kanal durch die damalige Landesmedienanstalt ULR eingerichtet. Aufgrund der Fusion der Landesmedienanstalten Schleswig-Holstein und Hamburg zur „MA HSH“ sind die „Offenen Kanäle Schleswig-Holstein“ seit Herbst 2007 eine eigenständige öffentlich-rechtliche Anstalt. Innerhalb des gesetzlichen Rahmens leisten die Offenen Kanäle auch einen Beitrag zur Förderung der Minderheitssprachen, zur Ausbildung von Multiplikatoren und zur Herstellung und Versendung entsprechender Beiträge.

Beispielsweise qualifizierte der Offene Kanal Flensburg in Kooperation mit der dänischen Schule in Hattlund sowohl eine Lehrer- als auch eine Schülergruppe im Umgang mit Videokamera und Schnittcomputer. Auch im dänischen Kindergarten Eckernförde, dem Fjordvejens Börnehave, wurden Pädagogen im Hinblick auf die Einsatzmöglichkeiten von Videokameras in ihrer Arbeit geschult. Vergleichbare Angebote und eine ganze Reihe von Workshops auch für die dänischsprachige Minderheit gab es im Offenen Kanal Westküste. Mit der Jes-Kruse-Skolen in Eckernförde und mit der Foreningen Norden wurde zusammengearbeitet. Das sind nur Beispiele.

Der Offene Kanal unterstützt durch die Beistellung von Praktikanten die Aufzeichnung besonderer Veranstaltungen durch Bürgerinnen und Bürger mit dem mobilen TV-Studio. So wurde beispielsweise im Jahr 2006 im OKF mit einem eigens zu diesem Zweck geschulten Mobilstudio-Team des Sydslevigs danske Ungdomsforeninger (SdU), dem Dachverband der dänischen Jugendorganisationen, das Jahrestreffen der dänischen Minderheit in Schleswig aufgezeichnet. Weitere Einsätze des Mobilstudios fanden auch in Sønderjylland selbst statt. Seit Juni 2007 sendet der OKF in einem regelmäßigen monatlichen Sendefenster die einstündige Sendung "Magasin Aabenraa Lokal TV" – eine Produktion des dänischen Bürgerfernsehsenders Aabenraa Lokal TV, die über die kulturellen und gesellschaftlichen Ereignisse in der deutsch/dänischen Grenzregion berichtet. Aus der "Videoværksted Haderslev" werden seit April 2007 14tägig Trick-, Animations- und Kurzfilme im OKF ausgestrahlt.

www.okkiel.de
www.okflensburg.de
www.okwestkueste.de

Fernsehen nördlich der Grenze

Anfang der 1980-er Jahre konnte der Großteil der Bevölkerung in Dänemark nur ein dänisches Fernsehprogramm empfangen, das Danmarks Radio (Dänischer Rundfunk) ausstrahlte. In Søn derjylland bestand allerdings auch die Möglichkeit, drei deutsche Programme zu sehen. Seitdem hat sich die Situation grundlegend geändert.

Die ersten zaghaften Schritte weg vom Monopol eines nationalen Einheitsprogrammes wurden getan, als TV Syd 1983 anfing, von Aabenraa aus zu senden. Die regionale Station TV Syd be gann als Versuch in Nordschleswig, um unter der Regie von Danmarks Radio ein Gegen ge wicht zu den Nachrichtensendungen des lokalen deutschen Fernsehens in Flensburg zu schaffen.

Als Dänemark 1988 seinen zweiten öffentlich-rechtlichen Kanal erhielt, TV2, wurde der Ver such in eine permanente Einrichtung überführt und landesweit ausgedehnt. Gleichzeitig wurden die neu eingerichteten, regionalen TV-Stationen der neuen Station angegliedert. Im Programm­schema von TV2 wurde deshalb Platz für die Regionen eingerichtet.

TV Syd sendet um 10.50, 12.10, 16.05, 18.10, 19.30 und 22.20 Uhr. Die Regionalstation deckt nicht nur Nordschleswig ab, sondern auch Südschleswig und die Bereiche Ribe Amt und Vejle Amt. Mit dem Magazin „HierHer“ Ende der 1990-er Jahre bewiesen TV Syd und NDR, dass man auch dänisch-deutsche Gemeinschaftsprogramme anbieten konnte.

Mit dem Einzug von Kabel- und Satellitenanbietern explodierte die Zahl der TV-Stationen, die der einzelne Seher empfangen konnte. Die Spannweite erstreckt sich vom Aabenraa Lokal-TV, ALT, bis hin zu dem dänischen Viasatkanal TV 3 oder CNN.

In weiten Teilen Dänemarks kann der Kultur- und Diskussionskanal DR 2 über Antenne em pfan gen werden, allerdings gilt dies nicht für Nordschleswig, wo das Programm nur über Kabel bzw. Satelittenempfänger empfangen werden kann. Die freie Frequenz benutzt TV-Danmark, das am ehesten für seine amerikanischen Serien bekannt ist. Auch TV2 hat sich der Möglichkeiten be dient, die die neuen Technologien bieten. Das Angebot von TV2 ist durch den Jugendkanal TV2-Zulu und durch TV2-Charlie erweitert worden; beide Kanäle sind über Kabel oder Satellit zu empfangen. Zusätzlich gibt es noch den Pay-TV Kanal TV2-Sputnik, der über Breitband aus ge strahlt wird.

Die deutschen Stationen ARD, ZDF und NDR konnten früher mit einer normalen Hausantenne empfangen werden. Die Einführung des digitalen Sendenetzes hat nun allerdings dazu geführt, dass die Zuschauer, die die deutschen Programme nicht über ein Kabelpaket empfangen, sich eine Set-Top-Box oder eine Satellitenempfangsanlage anschaffen müssen. Auch die öffentlich-recht lichen Stationen in Dänemark sind Ende 2009 zur digitalen Ausstrahlung übergegangen.

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