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Mit dem Auto in der Grenzregion

Mit dem Auto durch Nordfriesland

Wer von Süden kommend im Verlauf der B 5 die Eider überquert, befindet sich in Nordfriesland/Nordfraschlönj. Nur wenige Meter später biegt die B 202 nach Westen ab und durchzieht die Halbinsel Eiderstedt mit ihren 16 Kirchdörfern und den Städten Tönning und Garding. In Tönning lohnen eine Stadtbesichtigung mit altem Marktplatz und Packhaus am Hafen sowie der Besuch des Multimar Wattforums an der Eider, das die Vielfalt eines einzigartigen Lebensraumes für Jung und Alt eindrucksvoll dokumentiert. Garding ist Geburtsort des ersten deutschen Literaturnobelpreisträgers Theodor Mommsen (1817-1903). Von hier führt eine Straße zum 1973 eingeweihten Eidersperrwerk, das den gesamten Mündungsbereich vor Sturmfluten schützt.
 
Die B 202 endet in Sankt Peter-Ording, wo im Westküstenpark eine sehenswerte Präsentation von Haus- und Wildtieren besucht werden kann. Ein einmaliger Sandstrand und die Brandung der Nordsee laden hier am westlichsten Zipfel der Halbinsel zum Baden und Sonnen ein. Umfährt man den Tümlauer Koog nach Norden kommt man nach Westerhever und zum wohl bekanntesten deutschen Leuchtturm Westerheversand.
 
Entlang der Nordküste Eiderstedts zurück in östlicher Richtung führt der Weg u. a. durch den Norderfriedrichskoog, dem einstigen Steuerparadies Deutschlands. Die Gemeinde lebte von der Verpachtung ihres Landes und erhob keine weiteren Steuern. In den 1980er Jahren entdeckten Unternehmer, darunter viele internationale Großkonzerne, die günstige Gelegenheit und gründeten zeitweise weit über 100 Briefkasten-Firmen in der Gemeinde. Seit 2004 muss auch in Norderfriedrichskoog Gewerbesteuer erhoben werden.

In südlicher Richtung durchfährt man Oldenswort, den Geburtsort von Ferdinand Tönnies (1855-1936), dem Mitbegründer der deutschen Soziologie. Bei Witzwort steht der „Rote Haubarg“. In dem umfassend restaurierten Baudenkmal der Eiderstedter Bauernkultur befindet sich neben einer traditionellen Ausflugsstätte ein Museum zur Geschichte der Landwirtschaft.

Verfolgt man von Tönning die B5 nach Norden so zweigt etwa auf halber Strecke nach Husum die B 202 in östlicher Richtung in das „Holländerstädtchen“ Friedrichstadt ab. Die Siedlung wurde 1621 als Hort religiöser Toleranz gegründet und beherbergt bis heute fünf Gotteshäuser. Sehenswert sind die Fassaden alter Kaufmannshäuser am Markt, die Alte Münze sowie zahlreiche denkmalgeschützte Gebäude.

Husum ist seit der Kreisreform von 1970 die Kreisstadt Nordfrieslands. Berühmtester Sohn der Stadt ist der Dichter Theodor Storm (1817-1888), dessen Spuren vielfältig zutage treten, nicht zuletzt in dem 2007 neu eingerichteten Storm-Zentrum. Im Nordsee-Museum Nissenhaus wird u. a. das kulturelle Erbe des Geschäftsmanns Ludwig Nissen (1855-1924) verwaltet, der als Auswanderer in den USA die sprichwörtliche Karriere „vom Tellerwäscher zum Millionär“ machte. 
Tausende von Menschen betrachten alljährlich die Krokusblüte im Husumer Schlosspark. Er gehört zum „Schloss vor Husum“, das Herzog Adolf von Gottorf zwischen 1577 und 1582 an der Stelle eines aufgelassenen Klosters errichten ließ. Sowohl das Storm-Denkmal im Schlosspark als auch den Asmussen-Woldsen-Brunnen auf dem Marktplatz – „Tine“ genannt – schuf der aus Husum stammende Bildhauer Adolf Brütt (1855-1939). Sehenswert sind auch die Exponate des Schifffahrtsmuseums am Hafen. In der Messehalle findet alljährlich die weltweit größte Ausstellung zum Thema Windenergie statt.

Von Husum führen in östlicher Richtung über zahlreiche Geestdörfer die B 201 nach Schleswig und die B 200 nach Flensburg. In nordwestlicher Richtung geht es auf die Halbinsel Nordstrand. Per Fährschiff gelangt man hier u. a. zur Insel Pellworm. In nördlicher Richtung erreicht die B 5 nach dem Durchqueren der Hattstedtermarsch die Geestrandgemeinde Breklum. In besonderer Weise geprägt wurde das Dorf durch die 1876 von Pastor Christian Jensen gegründete Missionsgesellschaft. Sie sandte Missionare und Pastoren vor allem nach Indien, Afrika, China, Papua-Neuguinea und Nordamerika aus. Die Gemeinde beherbergt weiterhin christliche Einrichtungen wie z. B. eine Seminarstätte und ein Sanatorium. Als Fachklinik für Psychiatrie und psychosomatische Krankheiten wirkt sie weit über die Kreisgrenzen hinaus.

Nach wenigen Kilometern folgt das Städtchen Bredstedt. Überörtliche Bedeutung haben hier vor allem das Nordfriesische Institut mit Verlag und imposanter Regionalbibliothek, das Fachkrankenhaus, die landwirtschaftliche Schule sowie das Forstamt. Lohnenswert ist auch ein Besuch im kleinen, aber liebevoll gestalteten Naturzentrum. Kreisstraßen führen in die im Verlauf der Jahrhunderte dem Meer abgerungenen Köge vor Bredstedt, über einen mautpflichtigen Damm zur Hamburger Hallig oder zum Hafen Schlüttsiel im Hauke-Haien-Koog, dem Ausgangspunkt für Schiffsfahrten in die nordfriesische Insel- und Halligenwelt.

Die B5 erreicht in ihrem Verlauf nach Norden nun den heutigen Kern des friesischen Sprachgebiets auf dem nordfriesischen Festland. Die Fahrt geht durch Bordelum unterhalb des Stollberges, dem mit 44 m höchsten Geländepunkt an der Westküste Nordfrieslands, Langenhorn mit hochklassigen Orgelkonzerten im Sommer, Bargum mit Mühlenbesichtigung und Risum-Lindholm mit seiner deutsch-dänischen Schule. Etwas westlicher liegen Ockholm mit der kunstbeladenen Gaststätte Thamsen-Bongsiel – ungezählte Künstler bezahlten hier in der Vergangenheit Unterkunft und Verpflegung mit einem Gemälde, darunter dreimal Emil Nolde – und Fahretoft mit seinem Heimatmuseum, etwas östlicher Leck, ein zentraler Gewerbeort mit der Druckerei Clausen & Bosse, die u. a. einen Teil der deutschen Harry Potter-Bände produzierte.

In nördlicher Richtung erreicht man auf der B5 Niebüll, die ehemalige Kreisstadt des alten Kreises Südtondern. Er existierte von der Volksabstimmung 1920 bis zur Kreisreform 1970. Niebüll glänzt durch sein Richard-Haizmann-Museum, dem einzigen Museum für moderne Kunst in Nordfriesland und durch das Nordfriesische Innovationscenter (NIC), das z. B. jungen Existenzgründern den Weg in die Selbstständigkeit ebnet. Per Autoverladung werden vom Niebüller Knotenbahnhof Fahrzeuge mit dem SyltShuttle über den Hindenburgdamm nach Westerland auf Sylt transportiert. Eine Eisenbahnlinie führt direkt zum Hafen in Dagebüll, wo die Fährschiffe zu den Inseln Föhr und Amrum warten, und seit einigen Jahren ist auch der grenzüberschreitende Bahnverkehr nach Tondern in Dänemark und darüber hinaus wieder eingerichtet. Die B 199 führt über Leck nach Flensburg.

Bewegt man sich von Niebüll auf Kreisstraßen nach Westen, so gelangt man in den Friedrich-Wilhelm-Lübke-Koog, der 1954 als letzter Koog in Nordfriesland zum reinen Zwecke der Landgewinnung eingedeicht wurde. Hier ist das Werner-Weckwerth-Museum zu besichtigen, das nicht nur zahlreiche Gemälde des Künstlers, sondern auch mehrfach im Jahr anspruchsvolle Konzertabende anbietet.

Im Nordwesten liegen Neukirchen, der Zentralort der Wiedingharde, und in unmittelbarer Nähe die Warft Seebüll mit dem Nolde-Museum. Der Maler Emil Hansen (1867-1956) stammte aus dem Dörfchen Nolde bei Tondern und wurde unter dem Namen seines Heimatortes als expressionistischer Maler weltberühmt. In der Zeit des Nationalsozialismus galt seine Kunst als „entartet“. Während des Malverbots entstanden seine „ungemalten Bilder“. Dieses Thema griff der Schriftsteller Siegfried Lenz in seinem Roman „Deutschstunde“ auf.

Fünf Grenzübergänge führen schließlich nach Dänemark. In Rodenäs und Aventoft (an Nebenstraßen) sowie Süderlügum an der B 5 bildete sich ein gut florierender Grenzhandel heraus. Mit der „Grenzenlos Messe“ entstand in Süderlügum 2006 eine in Europa einzigartige Verkaufsveranstaltung, die die engen persönlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen Schleswig-Holstein und Dänemark dokumentiert. Viele Einwohner im Grenzgebiet lernen von Kindesbeinen an die fünf Sprachen Friesisch, Plattdeutsch, Hochdeutsch, Plattdänisch (Sønderjysk, Süderjütisch) und Hochdänisch und belegen damit das heute vorbildliche Zusammenleben in einer einst politisch heiß umkämpften Region.

Mit dem Auto im Westen Nordschleswigs

Das westliche Nordschleswig ist in erster Linie das Land der weiten Horizonte. Vielen wird diese Landschaft zunächst als öde und schroff erscheinen – bis man die Ruhe und den Frieden entdeckt, der mit den unendlichen Weiten und den unauffälligen Kulturperlen verbunden ist, die in der flachen Landschaft auftauchen.

Das Wattenmeer
Millionen von Zugvögeln können sich nicht irren...
Das Wattenmeer, eines der produktivsten Ökosysteme der Erde, ist eine Attraktion. Aus diesem Grund sind seit 2001 Bestrebungen im Gange, die ökonomischen Gesichtspunkte und Naturschutzinteressen in Dänemark, Schleswig-Holstein und Holland miteinander in Einklang zu bringen, damit das Wattenmeer den Status als Teil des Weltkulturerbes der UNESCO erlangen kann.

Der dänische Teil umfasst etwa 1.200 km2. Für die zahlreichen Enten- und Stelzvögel und die übrige Fauna des Gebietes interessieren sich viele Naturfreunde, und das gesamte Gebiet bietet reichhaltige Möglichkeiten für alle Formen von Freiluftaktivitäten.
Vadehavscentret / Wattenmeerzentrum veranstaltet Ausstellungen und bietet naturkundliche Führungen an.

Die Tøndermarsch 
Die Marsch ist der flache Randbereich zwischen dem Meer und dem eigentlichen Festland. Marschen entstehen dadurch, dass sich bei Hochwasser ein feines Material, der sogenannte „Schlick“, ablagert. Zum Schutz der Marschgebiete werden bestimmte Bereiche, die „Polder“, durch Eindeichung geschützt. Der neueste Polder in Dänemark ist der Margrethe Koog, der 1969-82 eingedeicht wurde.
Seit dem 16. Jahrhundert hat man versucht, die Naturkräfte in der Tøndermarsch zu kontrollieren, um Weidefläche für die Nutztierhaltung zu schaffen. Die ausgedehnten, flachen Gebiete sind schon an sich ein erstaunenswerter Anblick. Darüber hinaus verfügen die Gebiete über einen reichhaltigen Vogelbestand, mit Säbelschnäblern, Rotschenkeln, Brachvögeln, Schnepfen, Strandläufern und riesigen Schwärmen von Enten und Gänsen in der Zeit des Vogelzuges.

Schwarze Sonne
Die auf der einen Seite unansehnliche, aber eben auch faszinierende Landschaft ist auch für ein Phänomen bekannt, das als „Schwarze Sonne“ bezeichnet wird. „Schwarze Sonne“ ist ein phantastisches Schauspiel, das sich jeweils im Frühjahr und Herbst abläuft, wenn riesige Schwärme von Staren sich im Schilf der Marschen versammeln – der reichhaltigen Speisekammer der Vögel. Besonders zur Dämmerung passiert es häufig, dass ein Raubvogel durch seinen Angriff Tausende von Staren auf einmal aufschreckt. 
Das Naturcenter Tøndermarsch bietet geführte Turen an.

Højer Mühle
Das Mühlen- und Marschmuseum von Højer mitten in dem Ort Højer gehört zum Museum Sønderjylland. Die Mühle von Højer, im Jahre 1857 erbaut, ist eine der ältesten Holländermühlen in Nordeuropa. Der größte Teil des Inventars der Mühle ist noch intakt. Das Museum erzählt durch seine Ausstellungen vom Leben in der Marsch im Laufe der Zeit und von Sturmfluten, Booten und dem Leben der Bootsleute in der Marsch. 
Neben der Müllerwohnung wurde ein westschleswiger Garten mit der Grundstruktur angelegt, die typisch für den Zeitraum um das Jahr 1900 ist. In den Beeten finden sich die für die Gegend charakteristischen Pflanzen, Büsche und Bäume.

Løgumkloster
Løgumkloster erhielt seinen Namen nach dem damals so reichen Kloster des Zisterzienserordens, der sich in Dänemark am Ende des 12. Jahrhunderts etablierte. Die imponierende Kirche von Løgumkloster gehört zu den bedeutendsten dänischen Kirchenbauten des Mittelalters. Der Bau wurde um 1225 begonnen, und erstreckte sich über ca. 100 Jahre. 
Als Relikt der großen Heiligenfeste der katholischen Zeit füllt sich auch heute noch der kleine Ort an drei Tagen im August mit 40-50.000 Gästen, wenn der Jährliche Klostermarkt stattfindet.

Møgeltønder und Schloss Schackenborg 
Der alte Ort beim Schloss ist insgesamt sehenswert. Schon die mit alten Pflastersteinen belegte Slotsgade macht dem Autofahrer deutlich, dass es sich hier um etwas ganz Besonderes handelt - und er sollte den Wagen anhalten, aussteigen und diesen stimmungsvollen Ort genießen. 
Die zu Anfang des 18. Jahrhunderts angelegte Slotsgade / Schlossstraße gehört zu den schönsten Dorfstraßen in Nordeuropa. Entlang der Straße ducken sich die charakteristischen, niedrigen, reetgedeckten Ziegelsteinhäuser mit feinen Frontispizen über den Türen. Alte Linden entlang des Weges tragen zur Stimmung dieses friedlichen Dorfidylls bei.
Das Schloss Schackenborg  wurde 1662 - 66 durch den Reichs-Feldherren Hans Schack errichtet, dessen Geschlecht das Schloss über elf Generationen hinweg besaß. Im Jahre 1993 wurde Schackenborg und die dazugehörigen Güter an seine königliche Hoheit Prinz Joachim übergeben. Das Schloss ist nicht zugänglich, aber im Sommer werden geführte Rundgänge durch den Schlossgarten angeboten.

Auch die Kirche von Møgeltønder mit ihrem reichen Inventar ist durch die Zugehörigkeit zu Schackenborg geprägt. Zu den seltenen Kleinoden gehört auch die Orgel der Kirche, die älteste in Dänemark.

Der Wald von Draved 
Im Wald von Draved gibt es die Möglichkeit, sich einen Eindruck von Wald und ursprünglichem Bewuchs der Steinzeit zu verschaffen. 
Der Wald von Draved ist das größte, unberührte Waldgebiet in Dänemark, wo sich an vielen Stellen die Natur so zeigt, wie sie vor 6000 Jahren aussah. In einigen Gebieten fällte man gegen Ende der 1990´er Jahre die angepflanzten Bäume, um eine Waldentwicklung ohne menschliche Eingriffe zu ermöglichen. Der Waldboden ist deshalb Wachstumsbereich für zahlreiche Farne, mehr als 250 Pilzarten und zahlreiche Orchideenarten, und die Zusammensetzung des Baumbestandes im Wald entspricht der des ursprünglichen Waldes. 
Von einem Parkplatz aus führen markierte Wanderwege durch den Wald.

Mit Auto an der Ostküste Südschleswigs

Ausgangspunkt ist die Busstation (ZOB) in Flensburg, von wo aus man nach Osten ab biegt (Hafendamm, B 199). Man kann direkt entlang der Ostseite des Hafens fahren, statt den nördlichen Wege zu nehmen. Dabei passiert man den Industriehafen von Flensburg und kommt durch die Strasse Kielseng, die nach einem längst verschwundenen Gutshof be nannt ist. Heute liegt hier die Kläranlage der Großstadt.

Durch einen Tunnel gelangt man zur Mürwiker Straße, die hinter der Osteralle den Namen Fördestraße trägt. Links liegt die kleine Kelmstraße, die zu der architektonisch bedeut sa men Marineoffizierschule aus der deutschen Kaiserzeit führt. Rechter Hand liegt das Kraft fahrtbundesamt. Diese Behörde ist der Grund dafür, dass die bloße Erwähnung des Na mens „Flensburg“ bei vielen deutschen Autofahrern Respekt hervorruft, den hier wer den die Punkte für Verkehrsübertretungen gesammelt.

Weiter geradeaus verlässt man entlang der Förde die Stadt, gelangt durch einen großen Wald und kommt anschließend am Sitz des deutschen Flottenkommandos vorbei. Bald da rauf erreicht man Glücksburg (Lyksborg). Die Stadt hat einen herrlichen Strand und eine gut ausgebaute Kurpromenade, die von zahlreichen prachtvollen Villen umstellt ist.

Das eigentliche Ziel ist allerdings das be rüh mte Schloss der Stadt. Bereits beim Schild „Kurstrand“ sollte man rechts abbiegen und den Wa gen ab­stellen. Ein Gang um den Schlosssee he rum er schließt den besten Eindruck des märchen haf ten Renaissance-Gebäudes. Es wur de in den Jahren 1582-87 unter Herzog Hans dem Jün geren, einem Bruder von König Fre derik II, er baut. Sein zweitäl teste seiner Söhne und dessen Nachfahren erbten das Schloss. Im Ja hre 1824 folgte die jüngere Linie des Geschlechtes Sønderborg-Beck, die dann auch den Namen des Schlosses, Glücksburg, annahmen. Mit Christian IX kam dieser Zweig des dänischen Königshauses 1863 auf den Thron, nach dem König Frederik VII gerade in diesem Schloss gestorben war. Heute ist das Schloss im Besitz eines Nebenarmes des Ge­schlech tes, der vom ältesten Bruder König Christian IX., Karl, abstammt. Das Familien oberhaupt wird „Prinz von Schleswig- Holstein“ genannt. Das Schloss kann besichtigt wer den, und insbesondere die Gobelin sammlung ist berühmt.

Von Glücksburg aus führt eine kurvenreicheLandstrasse nach Norden nach Bockholm. Wenn am weiter geradeaus fährt, gelangt man nach Holnis, von wo aus man eine phan ta stische Aussicht über die Landschaft der Förde hat. Man kann auch nach rechts ab bie gen und über Bockholmwik und Siegum dicht an der Förde entlang durch die typische Hügel landschaft von Angeln fahren, in der man zahlreiche schöne Höfe sehen kann. Auf der anderen Seite der Förde sieht man die Kirche von Broager mit ihrem charak te risti schen Doppelturm.

Die gleiche schöne Landschaft bietet sich dem Betrachter, wenn man weiter von Lang bal ligholz über Westerholz nach Neukirchen fährt. Hier versuchte Herzog Hans im 16. Jahr hundert die Gründung einer neuen Marktstadt, aber die Pläne missglückten, und heute steht die Kirche recht einsam an der steilen Küste. Weiter führt jetzt der Weg durch Roi kier, Kalleby und Nübelfeld, vorbei an der schönen Windmühle bei Scheersberg.

Eine andere Strecke führt von Langballigholz über Unewatt, wo es das sehr sehenswerte Landschaftsmuseum gibt, das sicherlich einen Besuch wert ist. Zahlreiche Häuser und die Mühle sind bereits restauriert. In der Nähe des nördlichen Weges hat man das imposante Marxenhaus aus Süder Brarup wieder aufgebaut, ein Fachwerkhaus im Stil des südlichen Angelns.

Wenn man der Bundesstrasse B 199 nach Osten folgt, sieht man bald das nächste Ziel: Den Bismarckturm auf dem Scheersberg, der in den Jahren 1903 - 05 auf dem zweithöch sten Hügel in Angeln errichtet wurde. Die Aussicht über Angeln vom Turm ist ein zig artig, und zur Zeit der Rapsblüte geradezu großartig. Bei günstigen Witterungsbedingungen kann man bis nach Flensburg, Sønderborg und Fünen sehen, und etwa 20 Kirchen zählen. Der Schlüssel für den Turm ist in der Gastwirtschaft gegenüber dem Turm erhältlich. Die Kir che von Großquern liegt ganz in der Nähe. Sie hat Anlass für zahl reiche Legenden ge bo ten, gerade auch wegen ihres kräftigen und leicht schiefen, goti schen Turms. 
Man fährt weiter nach Osten auf der B 199, die übrigens über einer stillgelegten Eisen bahn linie gebaut wurde. Das nächste Ziel ist Steinberg. In der Kirche gibt es ein sehr schönes Altarbild, von dem erzählt wird, es sei eigentlich für eine Kirche in Flensburg bestimmt.

Bislang war die Landschaft von kleineren Feldern geprägt, aber nun erreichen wir die großen Güter im Osten. Das größte Gut, Rundhof, ist leider nicht zugänglich. Danach er reicht man Gelting mit einer gotischen Kirche, Gutshof und Fährhafen. Etwas nördlich der Stadt liegt die gut bewahrte Mühle Charlotte. Vom Parkplatz aus kann man lange Spa­ziergänge entlang der Förde unternehmen. Das Vogelschutzgebiet Geltinger Birk ist eines der stim mungsvollsten Gebiete des Landes. Im Dorf Pommerby östlich von Gelting gibt es einen kleinen, kinderfreundlichen Tiergarten.

Die Fahrt geht weiter über die Bundesstrassen B 199. Wenn man etwas Zeit hat, kann man einen Abstecher nach Osten bei Gundelsby einlegen. Auf einer kleinen Landspitze liegt der Gutshof Oehe und das Fischerdorf Maasholm, wo die Schlei in die Ostsee mün det.

Wenn man nur wenig Zeit hat, kann man auf direktem Weg nach Kappeln fahren. Der Stadtkern liegt östlich der Landstrasse. Kappel zieht zahlreiche Gäste an – und nicht nur wegen seiner schönen Lage: Die Stadt ist in Deutschland als „Deekelsen“ bekannt, einem Ort aus der beliebten Fernsehserie „Der Landarzt“.

In Kappeln sind insbesondere zwei Gebäude bemerkenswert: Zum einen die große Ba rock kirche, deren Kanzel mitten in der Altarwand angebracht ist. Leider ist die Kirche oft abgeschlossen. Das andere Gebäude ist die Windmühle „Amanda“, die ein Museum mit erhaltenem Sägewerk beherbergt. Hier findet man auch das Standesamt, denn die Mühle ist ein beliebter Ort für Eheschließungen.

Ein kleiner Spaziergang durch die liebevoll restaurierten Strassen im Stadtkern kann nur empfohlen werden. Leider hat eine grobe Modernisierung in den 70-er Jahren etwas an der Idylle gekratzt, aber gerade in den Seitenstrassen gibt es noch eine große Zahl von alten Fischerhäusern aus Fachwerk. In der Mittelstrasse liegt das Schleimuseum mit sei nen stadt- und seefahrtshistorischen Sammlungen. Von der Schleibrücke aus kann man die berühm ten Schleireusen im Wasser bewundern. Neben Hering gehört auch Räucher aal zu den größten Spezialitäten der Stadt. Es werden Fahrten auf der Schlei oder einer Mu­seums bahn angeboten.

Nur fünf Kilometer südlich von Kappeln liegt Arnis, die kleinste Stadt in Südschleswig, und sogar in ganz Deutschland. Sie liegt auf einer Halbinsel in der Schlei und besteht nur aus einer langen Hauptstrasse, die dicht mit Linden bewachsen ist. Viele der kleinen, sehr hüb schen Giebelhäuser weisen die typischen Anbauten (Utluchten) zur Strasse hin auf. Auch die Kirche ist ein Fachwerkgebäude und enthält zahlreiche Votivschiffe, die an die stolze Vergangenheit der Seefahrerstadt erinnern. Die Stadt wurde im Jahre 1667 von Flüchtlingen gegründet, als sich viele Familien aus Kappeln weigerten, Leib eigene des Gutsherrn Detlef von Rumohr zu werden. Sein Herrenhof Röst liegt dicht an der B 201 westlich von Kappeln und ist auch heute noch ein imponierendes Bauwerk.

Um zur Halbinsel Schwansen zu gelangen, auf der ebenfalls große Güter und schöne Strände zu finden sind, kann man mit der Fähre von Arnis über die Schlei nach Sundacker über setzen. Karby hat eine beeindruckende Kirche, und die Kirchengemeinde ist einer der größten im alten Herzogturm Schleswig. Die Kirche verfügt über einen spätgotischen Gie belturm, der von vielen deutschen Kunsthistorikern als dänisch bezeichnet wird. Dieser Typ kommt in Schleswig eigentlich nur in der Nähe des Wattenmeeres (auf Föhr, Sylt und in Hjerpsted) oder auf der nördlichen Geest vor (u.a. Bylderup und Ravsted), sowie in den beiden Nachbarkirchen von Karby in Waabs und Sieseby.

Wenn man Lust auf einen Strandspaziergang hat, kann insbesondere Schön hagen em pfohlen werden, das östlich von Karby liegt.

Statt auf der neuen Bundesstrasse B 203 nach Süden zu fahren, kann man auch eine Ne ben strecke benutzen, die an der Karlsburg vorbeiführt, die eigentlich als Schloss bezeichnet werden kann. Die Strecke führt weiter nach Südwesten über Thumby nach Sieseby an der Schlei, ein schön bewahrtes Dorf mit einer hübschen, weiß gekalkten Kirche. Hier gibt es zahlreiche Höfe mit Strohdach, deren Aussehen eher an Niedersachsen, als an den Baustil in Angeln erinnert. Südlich von Sieseby passiert man das große Gut Krieseby mit einem schmucken Torgebäude. Westlich des Gutes und in unmittelbarer Nähe zur Schlei liegt der Herrenhof Stubbe. Im Park findet man eine der zahlreichen Burgruinen an der Schlei aus längst vergangenen Zeiten. Eine kombinierte Strassen- und Eisenbahn brücke führt über die Schlei zum idyllisch gelegenen Lindaunis.

Von Stubbe aus geht es wieder nach Süden. Das nächste Ziel ist das große Dorf Rieseby, dessen Kirche einen schlanken Holzturm hat. Von dort aus ist es nicht weit nach Eckern förde, einer der ältesten und mit seinen 20.000 Einwohnern auch eine der größten Marktstädte in Südschleswig.

Mit dem Auto im östlichen Teil Nordschleswigs

Im östlichen Sønderjylland besteht die Möglichkeit, den eigenartigen, abrupten Wechsel zwischen der fruchtbaren, hügeligen Moränenlandschaft, die sich entlang der Belte und Sunde erstreckt, und der sich im Westen öffnenden flachen Landschaft aus Geesthügeln und Heideflächen zu erleben. Die Nord-Süd verlaufende Autobahn E45 (und früher der Heerweg), die Dänemark an Europa anbindet, wurde aus gutem Grunde entlang dieser Landschaftsgrenze angelegt. Aber die eigentlichen landschaftlichen und kulturellen Höhepunkte, die in Sønderjylland zu sehen sind, findet man bei der Fahrt über die Landstraßen.

Bov, Frøslev und Padborg
Eine gute Möglichkeit, einen anderen Blick auf moderne Transportformen und die Motorisierung zu werfen, hat man mit Ausgangspunkt in dem Ort Rønsdam, einem Teil des Dorfes Bov. Hier findet man ein freigelegtes Kopfsteinpflaster des alten Heerweges „Hærvejen“, der ältesten Hauptverkehrsader in Dänemark. Dieser Weg verband Dänemark und das übrige Skandinavien mit Marktplätzen und Wallfahrtsorten im gesamten Europa. 
Etwas weiter südlich beginnt bei Padborg der Gendarmenstieg. Der Pfad erhielt seinen Namen aufgrund der Grenzgendarmen, die den Weg für ihre Patrouillen entlang der Grenze nutzen. Abgesehen von einigen Unterbrechungen erstreckt sich der Pfad von Padborg bis zur Insel Als. 

Ochseninseln 
Von Bov / Padborg aus geht die Fahrt weiter durch Kruså nach Gråsten. Kruså ist wohl am ehesten als der große, alte Grenzübergang bekannt, der den Ort auch geprägt hat. Um von Gråsten weiter nach Kruså zu kommen, kann man die Fördestraße entlang der Flensburger Förde wählen, und passiert dabei unter anderem Rønshoved. Bei Sønderhav gibt es einen hübschen Rastplatz am Strand, von wo aus man einen herrlichen Ausblick über die Förde und die kleine und große Ochseninsel hat. 
Die kleine Ochseninsel befindet sich im Besitz von Danmarks Lærerforening / Dänischer Lehrerverband, der auf der Insel ein Landschulheim unterhält.
Die große Ochseninsel ist im Besitz von Skov- og Naturstyrelsen (oberste dänische Naturbehörde) und wurde an eine Gruppe verpachtet, die sich zu Ziel gesetzt hat, dort neue Aktivitäten zu fördern und kulturelle und gastronomische Erlebnisse zu ermöglichen. Im Sommer besteht auch Gelegenheit, auf dem kleinen Zeltplatz der Insel zu campieren. Es besteht eine Bootsverbindung zur Insel.

Schloss Gråsten
Schloss Gråsten wurde viele Jahre lang von König Frederik X. und Königin Ingrid als Sommerresidenz genutzt. Nur zur reichhaltig verzierten Schlosskirche besteht öffentlicher Zutritt, während der übrige Teil des Schlosses von außen beim Spaziergang im Schlossgarten bewundert werden kann, wenn sich die königliche Familie nicht im Schloss aufhält. Der Schlossgarten in Gråsten ist ein englisch inspirierter, romantischer Landschaftsgarten.

Broager Land und Cathrinesminde, Broager Kirche
Vom Schloss in Gråsten fährt man weiter nach Broager Land. Bald sieht man dann die Kirche von Broager mit ihrem charakteristischen Profil mit den beiden Türmen. Sie gehört mit ihren zahlreichen Kalkmalereien und ihrer eigenartigen Baugeschichte zu den interessantesten des Landesteils. 
Schon bei Ankunft auf Broagerland bei Egernsund wird man an die stolzen Traditionen der Ziegeleien erinnert, die es hier in der Gegen gab. In der ehemaligen Ziegelei Cathrinesminde, nur wenige Kilometer südlich von Broager, wurde ein Museum eingerichtet, das Einblicke in diesen Industriezweig ermöglicht, der eine wesentliche Bedeutung für die Gegend hatte.

Dybbøl – Mühle und Schanzen 
Neben dem "Dannebrog" und der Mühle von Dybbøl sind die Schanzen vielleicht das wichtigste Symbol des Dänentums. Aber im Gegensatz zur Fahne ist dieser Ort mit Niederlage und Verlust verbunden. Der letzte Widerstand gegen das vorrückende preußisch-österreichische Heer wurde hier in den Schanzen um den Hügel aufgeboten, auf dem die Mühle steht.
Das Historiecentrum Dybbøl Banke erzählt die dramatischen Begebenheiten des Jahres 1864.
Hærulfstein und Brücke von Immervad 
Von Dybbøl aus geht es weiter Richtung Westen. Die Hauptstraße 41, Aabenraavej, ist natürlich die schnellste Verbindung. Wenn man aber einen lebendigen Eindruck der Landschaft und der Geschichte des Landesteils erhalten möchte, eröffnen die Landstraßen reiche Möglichkeiten.
Westlich des alten Heerweges mitten zwischen Immervad und Hovslund steht einer der bekanntesten Runensteine der Wikingerzeit in Sønderjyllands (ein weitere steht in der Kirche in Sønder Starup). Der "Hærulfstein" erhielt seinen Namen von der darauf befindlichen Inschrift ”hairulfR”. Man nimmt an, dass der Stein aus der Zeit um das Jahr 900 stammt.

Løjt Land
Die Halbinsel Løjt Land, wenige Kilometer nördlich von Aabenraa, ist ein kleines Konzentrat der hügeligen Moränenlandschaft, die den östlichen Teil von Sønderjylland kennzeichnet. Die hübschen und wohlproportionierten ”Kapitänshöfe” zeugen von dem Wohlstand, den Seefahrt und Handel im 18. und 19. Jahrhundert nach Aabenraa brachten.

Kalvø und Genner
Nördlich von Løjt Land erstreckt sich die Genner Bucht weit ins Land hinein, und endet in einem Reetfeld hinter der Insel Kalvø. Die Küsten am Südufer der Genner Bucht sind mit ihren wunderschön bewaldeten Stränden ein beliebter Ankerplatz der Wassersportler – genau wie der Sportboothafen auf Kalvø.
Das tiefe Wasser der Bucht bildete auch die Grundlage eines kleinen Industrieabenteuers, als Jørgen Bruhn im Jahre 1847 eine Werft auf Kalvø gründete. In den Sommermonaten gibt eine kleine Ausstellung Einblicke in die Geschichte der Werft.

Tørning Mühle 
Wenige Kilometer westlich von Haderslev liegt im Ort Hammelev die Mühle von Tørning. Man weiß mit Sicherheit, dass seit dem Jahre 1494 Wasserkraft zum Antrieb von Mühlen hier in Tørning genutzt wurde. Im Jahre 1980 wurde die Mühle von Tørning als industriehistorisches Kulturerbe unter Denkmalschutz gestellt, 1982 wurde die Anlage von Skov- og Naturstyrelsen übernommen. Heute bildet die Mühle von Tørning einen Rahmen für Ausstellungen und gelegentliche Veranstaltungen.

Ummittelbar südlich des Wohnhauses der Wassermühle befindet sich eine der umfassendsten Wallanlagen von Jütland - ca. 200 Meter lang und 150 Meter breit. Die Wälle haben das Schloss von Tørning umgeben, das in der Zeit von etwa 1350-1494 unter den Adelsgeschlechtern Limbek und Ahlefeldt erhebliche Bedeutung hatte. Als das Schloss im Jahre 1494 von König Hans übernommen wurde, gehörten etwa 700 Höfe dazu.

Infocenter

Informationen für Arbeitnehmer, Arbeitgeber und Behörden zu Steuer, sozialer Sicherung und Arbeitsmarkt auf: www.pendlerinfo.org

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